Zwei Wartende

Von Barack Opiumullah Flüchtlingstan

Alex wurde als drittes von sieben Kindern im Kongo geboren. Sein ältester Bruder wurde im Bürgerkrieg getötet und der zweitälteste starb in einer Goldmine. Alex entschied sich, seine Un-Heimat zu verlassen. Es war nicht sein Wunsch geboren zu sein, und seine Mutter, die er über alles liebt, hat ihm dazu geraten, eine friedliche Heimat auf der Erde zu suchen. Sie hatte Schuldgefühle, weil sie ihn hier auf die Welt gebracht hatte. Er hat sich in Katanga nie zu Hause gefühlt, immer diese Schiessereien, Geschreie, Explosionen und Ängste.

Nach achtzehn Monaten in der Wüste, auf dem Meer und in Gefangenschaft landet Alex in der Schweiz. Er sitzt in einer Notunterkunft und wartet, manchmal schaut er Fernsehen oder geht in die Autonome Schule. Nichts reizt ihn mehr, denn er wartet schon zu lang und seine Zukunft ist ungewiss.

Eines weiss er mittlerweile: Kongo ist ein rohstoffreiches Land. Reichtum, Korruption und Kriege sind unzertrennlich im Kongo… Warum? Weiss er noch nicht.

Glencore

• Hauptsitz: Baar, Kanton Zug
• Branche: Rohstoffe
• Umsatz / Ebitda (2010): 145 Mrd.
US-Dollar / 6,2 Mrd US-Dollar
• Rechtsform: Aktiengesellschaft
• Mitarbeitende (2010): 57‘656
• CEO: Ivan Glasenberg

«Glencore baut in der Demokratischen Republik Kongo Rohstoffe ab. In der Bergbauregion Katanga werden immer wieder Menschenrechte missachtet. Die schwerwiegendsten Probleme betreffen Wasserverschmutzungen und die Arbeitsbedingungen in den Minen von Glencore- Tochterfirmen, die auch negative Auswirkungen auf die Gemeinden in der Umgebung der
Minen haben sowie die prekären Verhältnisse beim handwerklichen Bergbau in den ‹Mines artisanales›.»

Quelle: rechtohnegrenzen.ch

Najibullah wurde als letztes von vier Kindern geboren. Er genoss seine Kindheit unweit vom Bamiyan-Tal in Afghanistan. Die Taliban erschwerten das Leben seiner Familie, und seine Mutter durfte nicht mehr arbeiten. Trotzdem war er ein fröhlicher junger Mann, bis die USA einmarschierten. Najibullah wusste nichts von Bin Laden, al-Quaida oder New York. Er konnte nicht lesen oder schreiben. Fernseher und Strom hatten sie auch nicht.

Eines Tages wurde sein Dorf von Nato-Helikoptern und Kampfjets bombardiert, weil Aufständische einen Nato Konvoi angegriffen hatten. Es gab unzählige Tote, darunter alle seine Geschwistern und Mutter. Najibullah verliess fluchtartig sein Dorf Richtung Iran und kam über die Türkei und andere Umwege in die Schweiz.

Najibullah wohnt in einem Asylheim und wartet seit Jahren auf einen Entscheid. Für Najibullah sind «Kollateralschaden» und «Massaker» das Gleiche. Einiges weiss er mittlerweile: Es profitieren zahlreiche Firmen und Menschen vom Krieg. Kriege wird es geben, solange Menschenleben den Wirtschaftsinteressen einiger Weniger untergeordnet sind. Kriegsgründe kann man durch die Medien inszenieren, vertuschen und legitimieren lassen. Kriegsflüchtlinge als Kriminelle darzustellen und daraus politisches Kapital zu schlagen, vollendet die Skrupellosigkeit der gegenwärtigen Politik.

«Die Kosten [des Kriegs in Afghanistan] für die Vereinigten Staaten belaufen sich auf etwa 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Da die Vereinigten Staaten etwa 70 Prozent aller Truppen stellen, kann vermutet werden, dass bei ihr auch nur 70 Prozent der anfallenden Kosten auflaufen. Damit würde der OEF/ISAF-Einsatz pro Jahr etwa 143 Milliarden US-Dollar kosten.»

Quelle: de.wikipedia.org

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