Die Papierlose Zeitung ist ein Gemeinschaftsprojekt von Bleiberecht Zürich und Bildung für alle. Alle Artikel werden von Aylsuchenden und illegalisierten Flüchtlingen (“Papierlosen”) selbst geschrieben. Seit der Ausgabe 2/2011 veröffentlichen wir auch Texte von «legalen» BewohnerInnen der Schweiz. Unser Ziel ist die gleichberechtigte Zusammenarbeit von Menschen jenseits der Einteilung in «Legale» und «Illegale», «Betroffene» und «HelferInnen». Und dieses Ziel soll sich auch in der Zusammensetzung der Redaktion widerspiegeln.
Das Bleiberecht-Kollektiv ist ein Zusammenschluss von Menschen unterschiedlichster Herkunft, die gemeinsam für eine kollektive Regularisierung von MigrantInnen und Flüchtlingen ohne Aufenthaltsbewilligung kämpfen. Der breiteren Öffentlichkeit wurde das Bleiberecht durch die zweiwöchige Besetzung der Predigerkirche im Dezember 2008 bekannt.
Nach der Kirchenbesetzung zog eine kleine Gruppe von Flüchtlingen in ein besetztes Haus an der Manessestrasse. Zusammen mit AktivistInnen des Bleiberecht-Kollektivs und HausbesetzerInnen begann dort im Februar 2009 ein Deutschkurs. Nach mehreren Zwischenstationen fanden die Kurse in der Autonomen Schule beim Bad Allenmoos ein neues Dach.
Seit der Räumung dieses Gebäudes musste die Schule unzählige Male umziehen, doch das Kursangebot ist stetig gewachsen. Über 100 Personen nehmen mittlerweile vier Mal pro Woche an den Deutschkursen teil, ausserdem stehen Capoeira, Theater, Fotografie und vieles mehr auf dem Programm. Dabei verfolgen die Beteiligten einen emanzipatorischen Ansatz: Statt ein hierarchisches Verhältnis zwischen «LehrerInnen» und «SchülerInnen» zu festigen, sollen Machtverhältnisse durch das gegenseitige Weitergeben von Wissen abgebaut werden. Diesem Anspruch fühlt sich auch die Redaktion der «Papierlosen Zeitung» verpflichtet.
Die Zeitung soll einen unverfälschten Einblick in die Lebenswelt von Menschen geben, die in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen werden: Abgewiesene Asylsuchende, die ohne Perspektive in teils unterirdischen «Nothilfe-Zentren» leben; Ausschaffungshäftlinge, die monatelang eingesperrt werden, ohne etwas verbrochen zu haben; Sans-Papiers, die im Verborgenen als Putzfrauen oder Erntehelfer arbeiten und keinerlei rechtlichen Schutz geniessen, weil sie jederzeit ausgeschafft werden können: Sie sollen mit dieser Zeitung eine Stimme bekommen.

Das Interview
Boat People
Mein Leben nach dem Gefängnis
Bravo! Auf so etwas habe ich schon lange gewartet – Ihr macht es.
Coool!Wir brauhen eine frei leben und unsere menschenrechts.
bewegend, authentisch und essentiell… eine stimme fuer alle, welche von einigen nicht gehoert werden wollen und sich aber doch nicht ueberhoeren lassen ! ich bin beeindruckt… viel positive energie fuer die weiterarbeit.