Die Papierlose Zeitung ist ein Projekt der Autonomen Schule Zürich und der Bleiberecht-Bewegung. An ihr haben Menschen mit und ohne Ausweis zusammen gearbeitet. Es gilt, eine Gegenöffentlichkeit zur Mainstream-Berichterstattung über Migrant_innen herzustellen. Denn viele, die hier in der Zeitung das Wort ergreifen, erleben die Auswirkungen der Asylverschärfungen tagtäglich am eigenen Leib. Und wir alle, egal welcher Herkunft, ergreifen das Wort, weil wir die auf Finanz- und Humankapital fixierte Nationalpolitik nicht mittragen mögen.

Ein Projekt wie die Papierlose Zeitung entsteht nicht im Nirgendwo. Es wird dort möglich, wo Wissen und Waren über die Gräben von Nationen, Hautfarben und Geschlechtern hinweg getauscht werden. Die ersten Ausgaben dieses Zeitungsprojekts sind aus der Bewegung «Bleiberecht für Alle!» hervorgegangen: 2008/2009 hatten illegalisierte Migrant_innen (Sans-Papiers) in Zürich mit der Besetzung der Predigerkirche und des Grossmünsters eine Aufhebung ihrer unhaltbaren Situation gefordert. Mit dem «Verein Bildung für Alle!» führten sie bald darauf selbstorganisierten Deutschunterricht durch, der die Basis zur Autonomen Schule Zürich (ASZ) legte.

Die Papierlose Zeitung ist bestrebt, die Anliegen der Bleiberecht-Bewegung mit denen eines emanzipierenden Wissensaustauschs zu verbinden. Alle Ausgaben der Papierlosen Zeitung sind dementsprechend gemeinschaftlich produziert: Die Autor_innengruppen haben sich mit ihren Kenntnissen zu Konfliktgebieten, kulturellen Hintergründen, Rechtschreibung, Grafik und Artikelgestaltung gegenseitig unterstützt.

Wir bedanken uns für Ihr Interesse an unserer Zeitung und wünschen viel Spass beim Lesen!