10. 08. 2016 Tenzin Jorden

Beim Eingang

Tenzin Jorden über das Leben in der Notunterkunft in Urdorf.

Beim Eingang
hören alle Musik.
Trinken Bier.
Und rauchen Zigaretten.

Dort sitzen die so genannten Flüchtlinge.
Junge Männer, Männer und alte Männer aus vielen Ländern mit unterschiedlichem Gedankengut und Zielen.
Obwohl sie aus anderen Ländern kommen, unterschiedlichen Alters sind und verschiedene Ziele haben.
Nun sind sie gleich.
Sind unter einem Dach, an einem unterirdischen Ort.
Atmen die gleiche schmutzige Luft ein und nochmals ein.

Beim Eingang

hören sie Musik, um sich selbst inspirieren zu lassen. 
Trinken Bier, um die dunkle Seite der Welt zu vergessen. 
Rauchen Zigaretten, um sich selbst noch einmal zu töten. 

 

Hier sitzen die so genannten Flüchtlinge. 
Der Platz beim Eingang ist für mehr gedacht als Musik hören, rauchen und trinken. 
Er ist da, um neue frische Luft einatmen zu können.
Er ist da, um neues Licht sehen zu können.
Er ist da, um neue Hoffnung zu schöpfen. 

 

Dort sassen sie. 
Dort sitzen sie. 
Und werden auch morgen noch sitzen, die so genannten Flüchtlinge.

 

R. T. Jorden
28. Oktober 2015, 04:40AM

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