19. 10. 2017 Ronan Ahmad

Mein Rucksack

Dieser Rucksack, in den ich meine ganze Vergangenheit hineingestopft habe.

Ein Gedicht

Bild: 2017-10/15545709496-b92235d4e4-z.jpg

Dieser Rucksack,

In den ich meine ganze Vergangenheit hineingestopft habe,

Ich weiss selber nicht,

Auf welchem fremden Strassensteig

Ich meinen Kopf legte

Um die Augen ein bisschen zu wärmen.

Am Morgen, als ich wach werde,

Ist er nicht mehr da!

Ich fürchte, wenn er mir zurückgebracht würde,

wäre er ganz leer von mir.

Oder ganz voll von Anderen statt von mir,

Die noch unterdrückter und fremder sind als ich.

Aber auf keinen Fall gehören wir uns selbst.

Wir sind der Rest der Pest.

Soviel Erde wurde unter meinen Füssen verbrannt,

Dass meine Füssen Kohlenstücke sind.

Meine Füsse haben sich an die Asche gewöhnt.

Warum suche ich noch nach dem Garten und den Wiesen?

Meine Seele zittert

wie die gelben Herbstblätter.

Eine Brise reicht, damit sie herunterfallen.

Wie steht es dann um meinen inneren Herzsturm?

Kann ich nicht mehr ohne meinen Rucksack reisen?

Wenn ich irgendwohin reise,

bin ich ganz leer von mir selbst.

Wer meinen Rucksack mitgenommen hat, bringe ihn bitte nicht mehr zurück!

Ich schenke ihn ihm.

Und wenn er nicht mehr zu gebrauchen ist,

Verbrennt ihn im fremdesten und seltsamsten Quartier dieser Welt.

Damit unzählige Menschen wie ich seinem Geruch riechen können.

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