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		<title>Sonderausgabe 3/2011</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Jun 2011 10:12:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<a href="http://www.papierlosezeitung.ch/2011/06/sonderausgabe-32011/"><img align="left" hspace="5" width="64" src="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/Papierlose-Zeitung-3-2011-Screen-230x300.jpg" class="alignleft wp-post-image tfe" alt="" title="Papierlose-Zeitung-3-2011-Screen" /></a>Anlässlich des Festivals &#8220;Gekommen um zu bleiben&#8221; am 25. Juni 2011 bringt Bleiberecht Bern eine Sonderausgabe der Papierlosen Zeitung heraus, unter anderem mit diesen Themen:
Die arabischen Revolten: Die harte Reaktion der EU und der Schweiz.
Migrationspolitik Schweiz: Von der Produktion rechtloser Arbeitskräfte.
Aus der Bewegung: Irgendwo müssen wir anfangen &#8211; wenn Berufsschüler Flüchtlinge treffen.
Die Papierlose Zeitung 3/2011 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Anlässlich des Festivals <a href="http://sanspapiers-bewegung.ch/it/agenda/festival-gekommen-um-zu-bleiben.html">&#8220;Gekommen um zu bleiben&#8221;</a> am 25. Juni 2011 bringt <a href="http://www.bleiberechtbern.ch">Bleiberecht Bern</a> eine Sonderausgabe der Papierlosen Zeitung heraus, unter anderem mit diesen Themen:</p>
<p><a href="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/Papierlose-Zeitung-3-2011-Screen.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-1354" title="Papierlose-Zeitung-3-2011-Screen" src="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/Papierlose-Zeitung-3-2011-Screen-230x300.jpg" alt="" width="230" height="300" /></a><strong>Die arabischen Revolten: </strong>Die harte Reaktion der EU und der Schweiz.</p>
<p><strong>Migrationspolitik Schweiz: </strong>Von der Produktion rechtloser Arbeitskräfte.</p>
<p><strong>Aus der Bewegung: </strong>Irgendwo müssen wir anfangen &#8211; wenn Berufsschüler Flüchtlinge treffen.</p>
<p><a href="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/papierlose-zeitung-3-2011.pdf">Die Papierlose Zeitung 3/2011 als pdf</a></p>
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		<title>Papierlose Zeitung 2/2011</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Feb 2011 23:10:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<a href="http://www.papierlosezeitung.ch/2011/02/papierlose-zeitung-22011/"><img align="left" hspace="5" width="64" src="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/Papierlose-Zeitung-2-2011-Titel-230x300.jpg" class="alignleft wp-post-image tfe" alt="" title="Papierlose Zeitung 2 2011 Titel" /></a>Autonome Schule Zürich: Beteiligte berichten über das Bildungsprojekt
Kleine Schanze: Der Kampf der Sans-Papiers um das Recht auf Rechte
Das Interview: Theaterszene über die Absurditäten des Asylverfahrens
&#8230;und vieles mehr in der
Papierlosen Zeitung 2/2011!
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/Papierlose-Zeitung-2-2011-Titel.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-1342" title="Papierlose Zeitung 2 2011 Titel" src="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/Papierlose-Zeitung-2-2011-Titel-230x300.jpg" alt="" width="230" height="300" /></a><strong>Autonome Schule Zürich:</strong> Beteiligte berichten über das Bildungsprojekt</p>
<p><strong>Kleine Schanze:</strong> Der Kampf der Sans-Papiers um das Recht auf Rechte<strong></strong></p>
<p><strong>Das Interview:</strong> Theaterszene über die Absurditäten des Asylverfahrens</p>
<p>&#8230;und vieles mehr in der<br />
Papierlosen Zeitung 2/2011!</p>
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		<title>Familienleben auf 9 Quadratmetern</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Feb 2011 22:49:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<a href="http://www.papierlosezeitung.ch/2011/02/familienleben-auf-9-quadratmetern/"><img align="left" hspace="5" width="64" src="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/2-Asylheim-Faisal-2-f-225x300.jpg" class="alignleft wp-post-image tfe" alt="" title="2 Asylheim Faisal 2 f" /></a>Faisal. Eine durchschnittliche Gefängniszelle für eine Person ist in Europa zwischen sechs und neun Quadratmeter gross. Ich wohne mit meiner Frau und unserem Neugeborenen in einem neun Quadratmeter grossen Zimmer in einem Asylheim in Allschwil.
Zwei Hochbetten, vier Schränke. Zum Leben bleiben genau drei Quadratmeter für drei Personen. Das ist alles. So leben wir hier seit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Faisal. <strong>Eine durchschnittliche Gefängniszelle für eine Person ist in Europa zwischen sechs und neun Quadratmeter gross. Ich wohne mit meiner Frau und unserem Neugeborenen in einem neun Quadratmeter grossen Zimmer in einem Asylheim in Allschwil.</strong></p>
<p><a href="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/2-Asylheim-Faisal-2-f.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-1335" title="2 Asylheim Faisal 2 f" src="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/2-Asylheim-Faisal-2-f-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /></a>Zwei Hochbetten, vier Schränke. Zum Leben bleiben genau drei Quadratmeter für drei Personen. Das ist alles. So leben wir hier seit vier Jahren. Kann man das leben nennen? Sagt ihr es mir!</p>
<p>Mit uns sind hundert Menschen im Asylheim. Manchmal sogar bis zu 130. Toiletten und Duschen gibt es nur unten. Im Winter ist es zu kalt, so weit aufs WC zu laufen. Kinder und Alte schaffen das oft nicht, falls sie nachts aufs Klo müssen. Viele haben daher einen Pinkeltopf im Zimmer. Wenn man duschen will, muss man immer lange warten, da es genau sechs Duschköpfe für Männer und sechs für Frauen gibt. Duschkabinen sind keine vorhanden, kollektives Duschen ist Pflicht. Früher gab es im ersten Stock auch Duschen und Toiletten, doch diese haben sie auch in Zimmer umgebaut.</p>
<p><span id="more-1334"></span>Warmes Wasser gibt es nur in der Dusche. Sonst gibt es im ganzen Haus nur kaltes Wasser. Dann gibt es noch eine Küche und einen Essraum. Neuerdings sogar einen Familienraum. Ein Zimmer mit zwei Sofas und einem Tisch. Früher musste man diesen Raum reservieren. Eine Woche im Voraus. Für Geburtstage oder wenn man Besuch empfängt, der um 19.30 Uhr sowieso immer gehen muss. Später darf keiner mehr rein. Immerhin steht dieser Aufenthaltsraum jetzt immer offen und kann immer benutzt werden. Dafür musste ich lange kämpfen. Wir haben keinerlei Privatsphäre, unser Kind hat nicht einmal Platz zum Spielen. Er ist sechs Monate alt, bekommt aber schon alles mit. Wenn er im Zimmer nur in seinem Bettchen liegen kann, schreit er oft. Dann nehme ich ihn und wir spazieren im Gang herum.</p>
<p>Vorübergehend sei das, sagen sie. Nun dauert das Vorübergehende schon vier Jahre. Immer wieder beschwere ich mich bei der Gemeinde: «Eine Familie braucht mehr Platz!» Die ORS sei dafür verantwortlich mehr Platz zur Verfügung zu stellen, ist immer die Antwort. Die ORS verweist auf die Gemeinde, diese sei für den Transfer verantwortlich. Die Zuständigkeit wird immer hin und her geschoben. Aber wer ist denn wirklich zuständig? Wo sind unsere Rechte? Wer kontrolliert, ob diese eingehalten werden? Am Ende helfen wir uns immer selbst. Gegen die ORS anzukommen ist aber aussichtslos!</p>
<p>Sie bekommen viel Geld für uns, aber wo bleibt das? Als unser Kind auf die Welt kam, haben wir nichts bekommen. Ein Neugeborenes braucht aber viel! Kleindung, Essen, aber auch Raum um gross zu werden. Die ORS müsste in solchen Situationen helfen. Aber nichts passiert! Mit sieben Franken Nothilfe pro Tag und Person kommt man nicht weit in der Schweiz.</p>
<p>Bevor ich einen Negativentscheid bekam, als ich noch arbeiten durfte und einen Job hatte, musste ich 660 Franken für das Zimmer bezahlen. Für neun Quadratmeter. So viel sei es wert, meinte die ORS. Für neun Quadratmeter? Diese Firma ist eine grosse Mafia. Sie saugen uns aus, wie ein Vampir. Ein Vampirverein. Sie verdienen an uns, an denen, die sowieso nichts haben. Wenn der Mensch aber seine Hoffnung verliert, kann ihm niemand mehr helfen. Wie lange schaffe ich es noch zu hoffen? Wie lange kann ein Mensch hoffen?</p>
<h3>ORS – Profit auf Kosten der Flüchtlinge</h3>
<p>Michael Schmitz. <strong>Empfangszentren des Bundes, Notunterkünfte, Durchgangszentren, Gemeindemandate: Die ORS AG deckt die ganze Palette von Asyl-Dienstleistungen für Bund, Kantone und Gemeinden ab.</strong></p>
<p>Im Kanton Zürich führt sie die Asylbetreuung diverser Gemeinden, Durchgangszentren und die meisten Notuterkünfte.<br />
ORS ist beliebt bei den Behörden: Sie ist billig, effizient und sorgt für Ordnung. Die Leidtragenden sind dabei die Flüchtlinge. So bezahlt die ORS zum Beispiel Asylsuchenden im Verfahren im Gegensatz zur Zürcher Asylorganisation AOZ grundsätzlich keine Deutschkurse.</p>
<p>Die Eigentümer der ORS AG sind bedeutende Exponenten des schweizerischen Finanzkapitals. Über eine Holding mit dem Namen OX Group gehört die Firma der Invision, einer in der Schweiz führenden Private-EquityGesellschaft mit Sitz in Baar, Kanton Zug.</p>
<p>Im Board of Directors sitzt unter anderem Prof. Dr. Cuno Pümpin, emeritierter Professor an der Universität St. Gallen und Berater der liechtensteinischen LGT Group, die 2008 in Zusammenhang mit einer Steueraffäre in die Schlagzeilen geriet. Der Beirat kann unter anderem auf die Unterstützung von Ernst Buschor zählen, ehemaliger Bildungsdirektor des Kantons Zürich mit neoliberaler Politik.</p>
<p>Private-Equity-Gesellschaften sammeln finanzielle Mittel bei institutionellen Anlegern oder bei Privatpersonen. Die Gesellschaften suchen gezielt Unternehmen aus, die baldigen und möglichst gesicherten Profit versprechen. Bis jetzt ist allerdings über die Höhe der Gewinne, welche die ORS AG durch das Geschäft mit den Flüchtlingen gemacht hat, nichts bekannt. Da die Aktien der Firma nicht an der Börse gehandelt werden, ist sie nicht zur Veröffentlichung von Geschäftszahlen verpflichtet.</p>
<p><em>Bild: Der Lebensraum der dreiköpfigen Familie von Faisal im ORS-Asylheim in Allschwil.<br />
</em></p>
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		<title>Editorial zur zweiten Ausgabe</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Feb 2011 22:39:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<a href="http://www.papierlosezeitung.ch/2011/02/editorial-zur-zweiten-ausgabe/"><img align="left" hspace="5" width="64" src="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/1-7-Kleine-Schanze-1-300x199.jpg" class="alignleft wp-post-image tfe" alt="" title="1 7 Kleine Schanze 1" /></a>Andreas Cassee. Die Papierlose Zeitung ist ein Gemeinschaftsprojekt des Bleiberecht-Kollektivs Zürich, der Autonomen Schule Zürich und des Vereins Bildung für alle. Zwei Autoren wurden kurz vor Redaktionsschluss wegen «illegalen Aufenthalts» festgenommen.
4000 Exemplare haben wir im Frühling letzten Jahres von der ersten Ausgabe der Papierlosen Zeitung gedruckt. Wenige Wochen später war die Zeitung bereits vergriffen. Ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Andreas Cassee. <strong>Die Papierlose Zeitung ist ein Gemeinschaftsprojekt des Bleiberecht-Kollektivs Zürich, der Autonomen Schule Zürich und des Vereins Bildung für alle. Zwei Autoren wurden kurz vor Redaktionsschluss wegen «illegalen Aufenthalts» festgenommen.</strong></p>
<p><a href="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/1-7-Kleine-Schanze-1.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-1330" title="1 7 Kleine Schanze 1" src="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/1-7-Kleine-Schanze-1-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a>4000 Exemplare haben wir im Frühling letzten Jahres von der ersten Ausgabe der Papierlosen Zeitung gedruckt. Wenige Wochen später war die Zeitung bereits vergriffen. Ein kleiner Hoffnungsschimmer, dass der fremdenfeindliche Konsens noch nicht die ganze Schweiz erfasst hat.<span id="more-1329"></span></p>
<p>Seit dem letzten Frühling ist viel passiert: Die Autonome Schule hat sich in neuen Räumlichkeiten beim Güterbahnhof eingerichtet, mit der Besetzung der Kleinen Schanze wurde ein neuer Versuch des gesamtschweizerischen Protests gegen die unmenschliche Migrationspolitik unternommen – und die Annahme der Ausschaffungsinitiative hat uns erneut vor Augen geführt, wie schwach unsere Bewegung immer noch ist.</p>
<p>Die zweite Ausgabe der «Papierlosen Zeitung», die die geneigte Leserin nun in den Händen hält, ist mit 16 Seiten bereits doppelt so umfangreich wie die erste. Wiederum sind zahlreiche Artikel von illegalisierten MigrantInnen («Papierlosen», daher der Name der Zeitung) enthalten. Erstmals veröffentlichen wir jedoch auch Texte von «legalen» BewohnerInnen der Schweiz. Unser Ziel ist die gleichberechtigte Zusammenarbeit von Menschen jenseits der Einteilung in «Legale» und «Illegale», «Betroffene» und «HelferInnen». Und dieses Ziel soll sich auch in der Zusammensetzung der Redaktion widerspiegeln.</p>
<p>Kurz vor Redaktionsschluss gibt es unerfreuliche Neuigkeiten zu vermelden. Die Polizei hat mehrfach Personenkontrollen direkt vor der Autonomen Schule durchgeführt. Ein schwerer Schlag gegen das Projekt, das für viele Sans-Papiers die einzige Möglichkeit darstellt, deutsch zu lernen. Zwei Redakteure der Papierlosen Zeitung befanden sich während der letzten Redaktionssitzung in Haft.</p>
<p><em>Bild: Protestcamp auf der Kleinen Schanze in Bern.</em></p>
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		<title>Sie spielen mit uns.</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Feb 2011 22:34:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<a href="http://www.papierlosezeitung.ch/2011/02/sie-spielen-mit-uns/"><img align="left" hspace="5" width="64" src="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/3-Demo-BFM-300x225.jpg" class="alignleft wp-post-image tfe" alt="" title="3 Demo BFM" /></a>Anonym. Vor drei Jahren haben wir eine grosse Aktion in Zürich gemacht. Viele Menschen haben mit uns gekämpft, und wir sind lange geblieben.
Einige von uns haben Hungerstreik gemacht. Sie kämpften nur für ein normales Leben. Essen alleine ist kein normales Leben. Andere haben mit der linken Presse Interviews gemacht und über ihre schwierige Situation gesprochen.
Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Anonym. <strong>Vor drei Jahren haben wir eine grosse Aktion in Zürich gemacht. Viele Menschen haben mit uns gekämpft, und wir sind lange geblieben.</strong></p>
<p><a href="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/3-Demo-BFM.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-1326" title="3 Demo BFM" src="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/3-Demo-BFM-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>Einige von uns haben Hungerstreik gemacht. Sie kämpften nur für ein normales Leben. Essen alleine ist kein normales Leben. Andere haben mit der linken Presse Interviews gemacht und über ihre schwierige Situation gesprochen.</p>
<p>Die Migros-Gutscheine sind nicht einmal genug für ein Tier. Und dann ist der Migrationschef gekommen und hat gesagt, dass alles gut ist (während die Presse und das Fernsehen bei ihm waren, deshalb musste er den Guten spielen).<span id="more-1325"></span></p>
<p>Nachdem wir die Aktion beendet haben, haben wir hinter der Bühne des Theaters wieder die Realität gesehen, und sie haben ungerechte Forderungen gestellt. Ein Beispiel: Es war es uns nie erlaubt zu arbeiten, trotzdem haben sie immer über Arbeit gesprochen. Wie kann jemand arbeiten ohne Papiere?! Viele von uns konnten nicht zur Schule gehen, und trotzdem fragten sie uns oft nach unseren Deutschkenntnissen. Deshalb wurde die Autonome Schule gegründet, sie half den Leuten viel und hilft noch immer.</p>
<p>Es gibt viele Worte, die ich aus mir heraus sagen muss, aber niemand hört zu. Die Geschichte ist, dass ich ein illegaler Mensch geworden bin. Als ich aus einer schwierigen Situation geflüchtet war, kam ich direkt in eine neue schwierige Situation. Statt die Freiheit zu finden, wurde ich in einen Bunker unter der Erde gesperrt. Statt Rechte kennenzulernen, habe ich Migrosgutscheine bekommen.</p>
<p>Sie haben mir eine Liste von Regeln aufgezählt. Ich darf nicht in die Zone 10 gehen. Die Migrosgutscheine bekomme ich unter der Bedingung, dass ich sie zu einer bestimmten Zeit abholen muss. Und die Migrosgutscheine sind nirgends gültig ausser in der Migros.</p>
<p>Die Polizei kann mich überall kontrollieren. Sie können mich sofort verhaften, und der einzige Grund dafür ist, dass ich ein illegaler Mensch bin. Ich weiss nicht, ob das auf unserer Stirn geschrieben steht, dass wir illegale Menschen sind. Es passiert oft und interessiert niemanden. Wir suchten Lösungen. Die einzige Möglichkeit, die wir noch haben, ist zu demonstrieren, solange das noch erlaubt ist. Wir haben das oft gemacht, und wir machen weiter. Trotzdem lehnt das Migrationsamt eine Lösung für uns ab.</p>
<p>Sie spielen mit uns.</p>
<p><em>Bild: Demonstration vor dem Bundesamt für Migration in Bern am 30. Juni 2010</em></p>
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		<title>Mit Angst in die Schule gehen</title>
		<link>http://www.papierlosezeitung.ch/2011/02/mit-angst-in-die-schule-gehen/</link>
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		<pubDate>Mon, 07 Feb 2011 22:30:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Texte]]></category>

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		<description><![CDATA[Tinuviel. Der Unterricht wird unmöglich, weil kein Schüler sich konzentrieren kann. Grund ist die Angst vor der Polizei. Da denkt man an ein Land, weit weg von der Schweiz.
Aber es passiert mitten in Zürich. In der Schule «Bildung für alle».
Zwanzig Minuten vor Unterrichtsbeginn. Ich bereite die Lektionen vor und schaue aus dem Fenster. Zwei Schüler [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Tinuviel. <strong>Der Unterricht wird unmöglich, weil kein Schüler sich konzentrieren kann. Grund ist die Angst vor der Polizei. Da denkt man an ein Land, weit weg von der Schweiz.</strong></p>
<p>Aber es passiert mitten in Zürich. In der Schule «Bildung für alle».</p>
<p>Zwanzig Minuten vor Unterrichtsbeginn. Ich bereite die Lektionen vor und schaue aus dem Fenster. Zwei Schüler werden von drei Polizisten umstellt.</p>
<p><span id="more-1323"></span>Ich weiss, dass sie Angst haben. Angst, weil sie den sogenannten NEE-Status haben (Nichteintretensentscheid, d.h. sie haben ein Asylsgesuch gestellt, das gar nicht erst inhaltlich behandelt wurde). Folglich leben sie ohne Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz – was aber nichts an der Tatsache ändert, dass sie aus ihrem Heimatland geflüchtet sind und nicht so einfach zurück können.</p>
<p>Ich gehe zu den Polizisten und bitte sie, mir nicht einen meiner besten Schüler wegzunehmen.</p>
<p>Ich kenne die Geschichte meines Schülers. Er ist einer der fröhlichsten, positivsten Menschen denen ich je begegnet bin. So nervös und angespannt wie heute habe ich ihn noch nie gesehen. Er hat schon mehrere Jahre seines noch nicht allzu langen Lebens im Gefängnis in der Schweiz verbracht. Aus zwei Gründen: Erstens wegen seiner Hautfarbe, die nicht so ist, wie die der Menschen, die hier geboren sind. Und zweitens weil er im falschen Land geboren wurde und von dort geflüchtet ist.</p>
<p>Die Polizistin bittet ihn seinen Namen aufzuschreiben, seine Hände zittern. Sie sagt, er solle schöner schreiben. Sie fragt, ob er noch mehr Namen hat. Er ist verwirrt. Und fragt sie: «Hast Du noch mehr Namen?» Anscheinend empfindet sie es als unhöflich und korrigiert ihn: «Haben Sie noch mehr Namen.» Er wird noch nervöser und verzweifelter, ist den Tränen nahe und streckt seine Hände hin. Das hat er schon so oft erlebt: «Dann nehmen sie mich halt wieder mit.»<br />
Um zwei Uhr ist sein Platz leer und bleibt es auch.</p>
<p>Es ist unmöglich die Stunden abzuhalten. Alle Schüler sind nervös, eine der Schülerinnen hört nicht auf zu zittern. Draussen vor dem Fenster ist immer wieder die Polizei zu sehen.</p>
<p>Eigentlich habe ich heute etwas über «Lernblockaden lösen» vorbereitet – das haben sich meine Schüler gewünscht. Es geht im Unterricht darum, dass man in der Schule ohne Angst lernen können soll. Ziemlich absurd, diese Situation. Alle haben Angst. Der Journalist aus Schweden, der über Menschenrechtsverletzungen in der Schweiz berichtet, hört über die Angst, die schlaflosen Nächte, Kopfschmerzen, die Perspektivlosigkeit mit der die Flüchtlinge hier leben.<br />
Als die Schule zu Ende ist – Unterricht war an diesem Nachmittag nicht möglich – steht noch immer die Polizei vor dem Schulgebäude. Viele haben Angst und es wird beschlossen, dass alle gemeinsam rausgehen. Bei der Tramhaltestelle kommen weitere Polizeiautos dazu und Polizisten mit Gummischrot stellen sich auf die Tramschienen. Der Bus und das Tram kommen nicht mehr durch. Die Menschen haben Angst.</p>
<p>In den nächsten Tagen werden die Schulzimmer wohl leer bleiben. Aus Angst werden viele nicht mehr zur Schule kommen.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Das Jahr 2010 – ein Jahr des Umbruchs für die Autonome Schule Zürich</title>
		<link>http://www.papierlosezeitung.ch/2011/02/das-jahr-2010-%e2%80%93-ein-jahr-des-umbruchs-fur-die-autonome-schule-zurich/</link>
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		<pubDate>Mon, 07 Feb 2011 22:27:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<a href="http://www.papierlosezeitung.ch/2011/02/das-jahr-2010-%e2%80%93-ein-jahr-des-umbruchs-fur-die-autonome-schule-zurich/"><img align="left" hspace="5" width="64" src="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/1-asz-hohlstrasse-300x111.jpg" class="alignleft wp-post-image tfe" alt="" title="1 asz-hohlstrasse" /></a>Das zweite Jahrzehnt des neuen Milleniums begann für die ASZ und die darin beherbergten Deutschkursen des Vereins Bildung für Alle mit einem gewaltigen Schlag; an einem kalten Nachmittag, die erste Januarwoche war noch nicht verstrichen, räumte ein grosses Polizeikommando die Räumlichkeiten des Schulpavillons Allenmoos 2 und entriss damit dem noch jungen Bildungsprojekt unangekündigt eine essentielle [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/1-asz-hohlstrasse.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-1308" title="1 asz-hohlstrasse" src="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/1-asz-hohlstrasse-300x111.jpg" alt="" width="300" height="111" /></a>Das zweite Jahrzehnt des neuen Milleniums begann für die ASZ und die darin beherbergten Deutschkursen des Vereins Bildung für Alle mit einem gewaltigen Schlag; an einem kalten Nachmittag, die erste Januarwoche war noch nicht verstrichen, räumte ein grosses Polizeikommando die Räumlichkeiten des Schulpavillons Allenmoos 2 und entriss damit dem noch jungen Bildungsprojekt unangekündigt eine essentielle Ressource.<span id="more-1320"></span>Als ich von der Räumung erfuhr, beschloss ich, zur neuen Bleibe des damals einzig weiterbestehenden Zweig der ASZ, den Deutschkurses des Vereins Bildung für Alle, zu fahren und mir ein Bild vom Provisorium zu machen. Vor Ort, trat ich zögerlich ein und fand mich zwischen zwei langgezogenen, recht düsteren Hallen. Spotlampen brannten helle Flecken auf massive, grobgeschreinerte Tische, abseits herrschte Dunkelheit. Die wenigen Heizlüfter, die im Raum verteilt leise vor sich hinsurrten, vermochten gegen die  Kälte, die durch die bescheidene Isolation allseits ihren Weg in das Gebäude fand, kaum etwas auszurichten und so fühlte sich kaum jemand veranlasst, Jacken oder Kopfbedeckungen abzulegen. Eine einzelne, kleine Klapptafel lehnt an der Trennwand zur Eingangshalle, das einzige Mobiliarstück, das es ermöglicht, der für Aussenstehende wohl etwas merkwürdig anmutenden Zusammenkunft zumindest auf den zweiten Blick den Begriff &#8220;Schule“ zuzuordnen. Mitte Februar erreichte mich bereits die Nachricht, dass die Schule ihren Standort gewechselt hatte; ein Flachbau unweit des Letzigrundstadions war in Beschlag genommen worden und die Umzugsarbeiten bereits in vollem Gange. Einige Tage Unterricht folgten in den noch sehr provisorisch wirkenden und kaum ausgeleuchteten Räumlichkeiten, dann folgte ein &#8220;Renovationstag&#8221;, an dem nahezu alle anwesenden Kursteilnehmer ihre Hilfe anerboten, die einzelnen Abschnitte des grossen Hauptraumes für den Unterricht herzurichten, mit Beleuchtung auszustatten und anhand von Trennwänden akustisch besser zu separieren. Die Sitzungen an der Badenerstrasse waren es, die mit einer neuen, sauberen Strukturierung der Unterrichtsgruppen das Fundament für spätere Entwicklungen legten. Kaum einen Monat später war auch dieser Aufenthalt zu Ende und mit grosser Sorgfalt installierte Einrichtungen mussten erneut abmontiert und für den Transport vorbereitet werden, oder aber, fielen den bald darauf über das Gelände rumpelnden Baumaschinen zum Opfer. Dieses Mal führte uns unsere Reise einen Katzensprung entfernt in die unmittelbare Nähe der Sportanlage Utogrund, in den ehemaligen Sitz einer Firma, die sich auf Beleuchtungssysteme spezialisiert hatte. Mehrere Stockwerke, Teppiche, helles Interieur und gute Ausleuchtung bedeuteten einen grossen Schritt vorwärts hinsichtlich des Komforts für die Lernenden und Lehrenden. Zwischen den Besetzern, die sich im obersten Geschoss häuslich eingerichtet hatten und der im mittleren Stockwerk eingerichteten Schule entwickelte sich eine interessante Wechselwirkung, die über das kurze Bestehen der neuen Bleibe, liebevoll &#8220;Huberta&#8221; genannt (nach der nahe gelegenen öV-Haltestelle Hubertus), hinausreichen sollte. Neben den Schulräumen in der Mitte fand sich im rechten Gebäudeflügel eine kleine Kaffeeecke und die erste Generation unseres Kleinkinos. Eine Liefereinfahrt und ein geräumiger, moderner Aufzug erleichterten den Einzug ungemein und erlaubte uns, die Einrichtung in Rekordzeit vorzunehmen. Waren die meisten Schulräumlichkeiten weiterhin nicht oder nur wenig voneinander getrennt, war dennoch eine deutliche Verbesserung feststellbar. Die Atmosphäre schien sich langsam zu entspannen, der rechtzeitig angekündigte Wechsel war reibungslos, unter erneuter, bemerkenswert intensiver Beteiligung der Kursteilnehmer von statten gegangen und hatte der Stimmung nicht abgetan; eine neue Ruhe kehrte ein, wenn auch nur für kurze Zeit. In den wenigen Wochen kamen jedoch eine erste Computerecke und diverse Zusatzaktivitäten wie ein Filmprojekt und ein Selbstverteidungskurs zustande und die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit wurde einmal mehr auf das Projekt gelenkt. Ebenso plötzlich wie unangenehm, wenn auch nicht ganz unerwartet, kam dann der Rauswurf nach kaum vier Wochen. Innerhalb weniger Tagen galt es, das Gebäude zu verlassen, eine Aufforderung, der missmutig Folge geleistet werden musste. In Windeseile wurde die Infrastruktur abmontiert und abtransportiert, nicht etwa zu einem neuen Schulhaus, nein, dieses war noch nicht gefunden, sondern verteilt über diverse besetzte Häuser in der Stadt Zürich. Nach einem kurzen Unterbruch zog unser Projekt dann neuerlich Richtung Wollishofen &#8211; es hatte bereits vor meiner Zeit einen vorübergehenden Stopp beim Gemeinschaftszentrum Wollishofen gemacht. Dieses Mal war es die Rote Fabrik, ein Kulturzentrum, das aus einer Besetzung in den Achzigerjahren hervorgegangen war, die uns zur Hilfe eilte. Viel Platz bot sich uns in den Räumen des alten Fabrikgebäudes, wenn auch stets mit der Verpflichtung verbunden, die Räumlichkeiten nach Ende des Unterrichts jeweils wieder für andere Aktivitäten freizugeben, was eine permanente Einrichtung mit Mobiliar verunmöglichte. Zwei Wochen dauerte dieser Aufenthalt nur, dann war die nächste Niederlassung ermittelt und somit auch ein weiterer Umzug festgelegt &#8211; bereits der fünfte seit Jahresbeginn. Die Odyssee ging also weiter, mitsamt all ihren Strapazen, Unsicherheiten und Frustrationen, aber auch allen neuen Chancen, Möglichkeiten und Umfeldern, die es zu erforschen und im Rahmen von realitätsnahem Unterricht mit einzubeziehen galt. Es war eine kleine Baracke auf dem schicksalsträchtigen, politisch massiv vorbelasteten Gelände des alten Güterbahnhofs unweit der Hardbrücke &#8211; und bis zu einem gewissen Grad wohl auch ein Minenfeld, in das wir uns da hinein wagten. Das Unheil liess nicht lange auf sich warten und bange, unsichere erste Wochen folgten, in denen es Drohungen seitens des Eigentümers aber auch viel Kritik aus den eigenen oder politisch verwandten Reihen hagelte. Das eigentümliche Machtdreieck, das sich zwischen der Schule, einem widerborstigen Mieter im Hauptgebäude des Bahnhofs, der auch faktisch Eigentümer der Baracke war und den Schweizerischen Bundesbahnen, die als Grundeigentümer gegen eben diesen Mieter ankämpften, gefolgt vom baumelnden Damoklesschwert &#8220;Polizei- und Justizentrum Zürich&#8221;, lösten zumindest in mir Irritation, Gefühle der Unsicherheit und Besorgnis aus. Einzig die positiv verlaufene Kommunikation mit der Stadtpolizei, die uns versicherte, uns bei einer Räumung reichlich Zeit einzuräumen, vermochte diese Unruhe etwas zu beruhigen. Und während dieses Spannungsfeld nach und nach in den Hintergund rückte, konnten neuerlich Entfaltungen stattfinden, wie sie seit der Zeit im Allenmoospavillion bald ein halbes Jahr zuvor nicht mehr möglich gewesen waren. Um- und Neugestaltung der Räumlichkeiten, Erweiterungen des Kursangebotes, Planungen von politischen Aktionen und anderen Formen von Öffentlichkeitsarbeit, bis hin zu Selbstfindungs-, Differenzierungs- und Neuorganisierungsprozessen, deren Dringlichkeit bereits Monate zuvor einstimmig eruiert worden war, die jedoch aufgrund aller lästigen, energieraubenden Trivialitäten stets zu kurz gekommen waren und nun endlich in aller Ausführlichkeit ausgeführt, diskutiert und verschriftlicht werden konnten, all dies wurde möglich, in der Baracke oder &#8220;Panama&#8221;, wie sie bald heissen sollte.</p>
<p>Die Arbeit geht weiter, in völliger Ungewissheit, wann uns die nächste Wende ins Haus steht. Doch durch all die Erschöpfung und Ermüdungen hindurch, über die Verluste und Enttäuschungen hinweggesehen, scheint sich auch eine gewisse Immunität einzustellen, eine Immunität, die sich aus der Gewöhnung der besonders hartgesottenen Alteingesessenen und der frischen Energie der immer häufiger dazustossenden Neuankömmlingen zusammensetzt und das Projekt auf mehreren Ebenen zu stärken scheint. Komme was wolle und mag es eine Windmühle sein &#8211; wir sind noch lange nicht müde und in Gedanken an unsere Zukunft auch gespannt, wo uns unsere Odyssee durch die Untiefen Zürichs wohl das nächste Mal hinführen wird.</p>
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		<title>Kinder berichten über die ASZ</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Feb 2011 22:21:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<a href="http://www.papierlosezeitung.ch/2011/02/kinder-berichten-uber-die-asz/"><img align="left" hspace="5" width="64" src="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/4-Nicolas-Ausländer-300x229.jpg" class="alignleft wp-post-image tfe" alt="" title="4 Nicolas Ausländer" /></a>Anouk (11) und Nicolas (11). Im Rahmen eines «Mischu-Tages» haben Schulkinder die Autonome Schule Zürich besucht. Auszüge aus zwei Berichten.
(Anouk) Am 23.6. durfte ich mit ein paar anderen Kindern in die autonome Schule gehen. Die Schule ist für Leute, die aus ihrem Land aus verschiedenen Gründen flüchten mussten. Meistens aus politischen Gründen. (&#8230;) Die autonome [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Anouk (11) und Nicolas (11). <strong>Im Rahmen eines «Mischu-Tages» haben Schulkinder die Autonome Schule Zürich besucht. Auszüge aus zwei Berichten.</strong></p>
<p><a href="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/4-Nicolas-Ausländer.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-1317" title="4 Nicolas Ausländer" src="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/4-Nicolas-Ausländer-300x229.jpg" alt="" width="300" height="229" /></a>(Anouk) Am 23.6. durfte ich mit ein paar anderen Kindern in die autonome Schule gehen. Die Schule ist für Leute, die aus ihrem Land aus verschiedenen Gründen flüchten mussten. Meistens aus politischen Gründen. (&#8230;) Die autonome Schule ist ein spezieller Ort. Wir durften den Schülern dort Fragen stellen.<span id="more-1316"></span></p>
<p>Mohamethkeia aus der Elfenbeinküste erzählte uns, dass er bis 2008 glücklich in der Schweiz war. Aber dann wusste er, dass er keinen Ausweis bekommen würde, aber zurück wollte er auch nicht. Sein einziger Ausweis ist jetzt sein Trambillet. Er hat keine Freiheit mehr, das macht ihn traurig und es macht ihm auch Angst. Er würde sehr gerne eine Ausbildung machen. Doch ohne Ausweis, keine Ausbildung!</p>
<p>(Nicolas) Die Schule hilft den illegalen Flüchtlingen Hochdeutsch zu lernen, um sich in der Schweiz besser zu verteidigen. Die Flüchtlinge fragten den Bundesrat, ob sie die Erlaubnis bekommen, in der Schweiz zu bleiben. Die Immigranten bekommen manchmal ihre Antwort nach ein paar Jahren und oft ist die Antwort auch negativ.</p>
<p>Am Anfang (&#8230;) hatte ich einen skeptischen Eindruck, weil das Schulhaus gar kein Schulhaus war. Es war (&#8230;) alt und man will es bald abreissen. Der Besuch war aber sehr interessant. Aber den Leuten dort geht es nicht so gut, denn sie haben keinen Pass und können ins Gefängnis kommen. Ich hoffe, dass sie eine bessere Zukunft haben werden und sie, wie wir, in der Schweiz leben dürfen.</p>
<p>«Jeder Mensch hat das Recht in anderen Ländern Asyl zu suchen und zu geniessen.» Dieser Satz ist aus der Erklärung der Menschenrechte (von 1948).</p>
<p><em>Bild: Nicolas</em></p>
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		<title>Die Karawane «Autonome Schule Zürich»</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Feb 2011 22:19:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<a href="http://www.papierlosezeitung.ch/2011/02/die-karawane-%c2%abautonome-schule-zurich%c2%bb/"><img align="left" hspace="5" width="64" src="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/5-Kleine-Schanze-Teach-In-Bundesplatz-300x225.jpg" class="alignleft wp-post-image tfe" alt="" title="5 Kleine Schanze Teach In Bundesplatz" /></a>John. Manessestrasse – Kasama – Kalkbreite – GZ Wollishofen – Oerlikon – Gessnerallee – Badenerstrasse – Huberta – Rote Fabrik – Güterbahnhof: Das sind die bisherigen Stationen der Schule, die eine Karawane ist.
Seit den Anfängen der Autonomen Schule Zürich ist mehr als ein Jahr vergangen. Hervorgegangen ist sie aus der brillanten Idee einiger Mitglieder des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>John. <strong>Manessestrasse – Kasama – Kalkbreite – GZ Wollishofen – Oerlikon – Gessnerallee – Badenerstrasse – Huberta – Rote Fabrik – Güterbahnhof: Das sind die bisherigen Stationen der Schule, die eine Karawane ist.</strong></p>
<p><a href="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/5-Kleine-Schanze-Teach-In-Bundesplatz.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-1314" title="5 Kleine Schanze Teach In Bundesplatz" src="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/5-Kleine-Schanze-Teach-In-Bundesplatz-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>Seit den Anfängen der Autonomen Schule Zürich ist mehr als ein Jahr vergangen. Hervorgegangen ist sie aus der brillanten Idee einiger Mitglieder des Bleiberechtkollektives, eine Deutschschule mit dem Motto «Bildung für Alle» zu gründen, kostenlos und offen für alle. Insbesondere ist die Schule offen für Papierlose, die in Zürich wohnen und niemals die Möglichkeit hätten, Deutsch an einer normalen öffentlich oder privaten Schule zu lernen. Die Schule hat keine permanente Räumlichkeit. Unsere Gemeinschaft ähnelt daher in ihrer Reise durch die Stadt Zürich und deren besetzte Häuser einer Karawane, die von Ort zu Ort zieht, bepackt mit Schulmaterial und Möbeln wie Tischen und Bänken.</p>
<p><span id="more-1313"></span>Als ich im Juli 2009 zur Schule stiess, erlebte ich grosse Motivation. Ich war begeistert von der positiven Energie, die ich am damaligen Standort in Wollishofen spürte. Später zogen wir in ein Gebäude in Oerlikon um, das jedoch später von über fünfzig Polizisten geräumt wurde. Wir erfuhren grosse Solidarität seitens verschiedener Personen und Gruppierungen, die uns half, unsere Reise fortzusetzen. Während der ständigen Umzüge musste die Schule manche Schwierigkeiten überwinden, doch die Entschlossenheit der Beteiligten, sich vorwärts zu bewegen, ist inspirierend. An der Schule arbeiten KursteilnehmerInnen und Moderierende verschiedener Kulturen Hand in Hand, ohne Chef. Nicht nur Deutsch kann man an der Autonomen Schule Zürich lernen, sondern beispielsweise auch bei einem Theater mitmachen und in einem Atelier arbeiten.</p>
<p>Kursteilnehmer beteiligen sich an verschiedenen Projekten und arbeiten gemeinsam mit den Moderierenden neue Ideen aus. Ein Beispiel dafür ist der Bleibeführer, der von der Ateliergruppe erstellt worden ist. Die Idee war, in Form eines Buchs wichtige Informationen über Zürich zu vermitteln, zum Beispiel wo kostenlose Bildung angeboten wird, wo Informationen zum Asylwesen eingeholt werden können, wo es Rechtsberatung und Rechtsanwälte oder unentgeltliche medizinische Betreuung gibt. Den Kursteilnehmenden wurden Kameras gegeben, mit denen sie verschiedene Orte in der Stadt fotografierten. Weiter haben sie Piktogramme gezeichnet und das Layout des Buchs besprochen.</p>
<p>Im Theater-Workshop trifft sich die Gruppe einbis zweimal pro Woche zu Proben, betreut von einigen Moderatoren. Die Gruppe hat bereits ein Stück über die Situation von Asylsuchenden im Theaterhaus Gessnerallee präsentiert und im Theater am Neumarkt und im Berner Tojo-Theater gespielt (siehe «Das Interview» auf Seite 13).</p>
<p>Ein weiteres Projekt ist die Papierlose Zeitung, vom Bleiberecht und dem Verein Bildung für Alle gemeinsam aufgebaut. Die Grundidee war, eine Zeitung herauszugeben, in der kurze, von Flüchtlingen verfasste Texte abgedruckt werden, die über das Leben der Papierlosen informieren. Die Texte werden entweder direkt auf Deutsch geschrieben oder in der Muttersprache der Kursteilnehmenden verfasst und anschliessend ins Deutsche übersetzt.</p>
<p>Zu guter Letzt sei noch der Kurzfilm «Warten» erwähnt, der im ersten Teil die Geschichte von Papierlosen erzählt, die sich für einem Deutschkurs anmelden wollen, von den Behörden jedoch lediglich zu hören bekommen, dass sie warten sollen. Ein weiterer Teil handelt von zwei Touristen, welche die Predigerkirche besuchen, die im Dezember 2009 drei Wochen lang von Papierlosen besetzt worden war. Die Schauspieler im Film waren hauptsächlich Teilnehmende aus den Deutschkursen.</p>
<p>Die treibenden Kräfte der Autonomen Schule sind Entschlossenheit, Zusammensein und gegenseitiger Respekt. Der gemeinsame Wunsch ist, gute Deutschkenntnisse zu erlangen und sich gegenseitig aufzubauen.</p>
<p><em>Bild: Mobile Schule auf dem Bundesplatz während der Besetzung der Kleinen Schanze.</em></p>
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		<title>Autonomi Schuel</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Feb 2011 22:14:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Texte]]></category>

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		<description><![CDATA[Ebrahim. Es wäre schön, wenn wir in der Schule eine Heizung hätten.
Wer seid ihr? In welchem Land wohnt ihr? Wir sind Flüchtlinge. Wir wohnen in der Schweiz. Im Jahre 2010. Ja genau, in der Schweiz, dem Paradies der Menschenrechte.
Am Anfang dachte ich, jeder Flüchtling hätte das Recht, in die Schule zu gehen und deutsch zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ebrahim. <strong>Es wäre schön, wenn wir in der Schule eine Heizung hätten.</strong></p>
<p>Wer seid ihr? In welchem Land wohnt ihr? Wir sind Flüchtlinge. Wir wohnen in der Schweiz. Im Jahre 2010. Ja genau, in der Schweiz, dem Paradies der Menschenrechte.</p>
<p>Am Anfang dachte ich, jeder Flüchtling hätte das Recht, in die Schule zu gehen und deutsch zu lernen.</p>
<p>Wir haben ein besetztes Haus beim Güterbahnhof. Dort nehmen wir am Montag, Mittwoch und Freitag von zwei bis fünf Uhr an den Deutschkursen teil. Aber leider kommt der Winter. Es ist sehr kalt, wie letztes Jahr. Wir können einen Monat in die Schule gehen, dann müssen wir zehn Tage zu Hause bleiben, weil wir eine Erkältung haben.</p>
<p>Manchmal frieren unsere Hände. Dann können wir nicht schreiben. Aber kein Problem, denn wir haben alle ein Ziel, nämlich deutsch zu lernen. Und es gibt sehr nette ModeratorInnen.</p>
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