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	<title>Papierlose Zeitung</title>
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		<title>Ich wusste, dass alles gut wird, weil in Europa alles einfacher ist.</title>
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		<pubDate>Sun, 05 May 2013 20:57:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Texte]]></category>

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		<description><![CDATA[Bevor Moncef sich selbst getötet hat, hat er diesen Artikel geschrieben. Wer hat ihn getötet? Er war eine nette Person. Er war aktiv in Bleiberecht Zürich und ASZ.  Diesen Text hat Moncef für die letzte Ausgabe der Papierlosen Zeitung geschrieben. Weil er Angst hatte, dass ihm deswegen etwas passieren könnte, wollte er nicht, dass der Text [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em><br />
Bevor Moncef sich selbst getötet hat, hat er diesen Artikel geschrieben. Wer hat ihn getötet? Er war eine nette Person. </em></strong><span style="font-style: italic; font-weight: bold;">Er war aktiv in Bleiberecht Zürich und ASZ. </span></p>
<p><strong><em><span id="more-1790"></span><em>Diesen Text hat Moncef für die letzte Ausgabe der Papierlosen Zeitung geschrieben. Weil er Angst hatte, dass ihm deswegen etwas passieren könnte, wollte er nicht, dass der Text in die Zeitung kommt.</em></em></strong></p>
<p><strong><em><em>Mehr Infos zur Selbsttötung von Moncef findet ihr <a href="http://www.bildung-fuer-alle.ch/artikel/selbstmord-von-asz-und-bleiberecht-aktivist-wegen-bevorstehender-ausschaffung-–-500-personen" target="_blank">hier</a>.</em></em></strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Ich wusste, dass alles gut wird, weil in Europa alles einfacher ist.</strong></p>
<p>Mein Name ist Moncef S., ich bin am 9.5.1987 in J. in Tunesien geboren. Als ich 21 Jahre alt war ging ich für ein Jahr in die Armee um in Tunis als Soldat zu arbeiten. In Tunesien kann jeder junge Mann der Armee beitreten. Nach diesem Jahr kehrte ich zu meinen Eltern zurück, fand dort aber keine Arbeit, deswegen mussten sie für mich sorgen, was ihnen aber missfiel. Sie klagten immer darüber, dass ich nicht arbeitete. Mich verärgerte es, dass sie so viel Druck auf mich ausübten. Lange wusste nicht wohin ich sollte, verliess dann aber meine Heimatstadt und kehrte nach Tunis zurück. Dort fand ich dann einen Gelegenheitsjob. Manchmal arbeitete ich auf dem Markt und manchmal half ich mit, ein Haus zu bauen. Am Anfang lebte ich noch auf der Strasse aber mit der Zeit lernte ich Leute kennen, mit denen ich zusammen zog.<br />
Im Jahre 2011 gab es dann aber grosse politische Probleme und alle Menschen gingen auf die Strasse um gegen den Präsidenten und das System in Tunesien zu protestieren. Ich verlor alles und beschloss Tunesien zu verlassen um nach Europa aus zu wandern. Ich wusste, dass alles gut wird, weil in Europa alles einfacher ist. Mit einem grossen Schiff ging ich von Tunesien nach Genua und war eine Woche in Italien. Danach kam ich in die Schweiz und beantragte Asyl in Chiasso, ging nach einer Woche aber nach Kreuzlingen und nach einem Monat lebte ich im Kanton Zürich mit einem N Ausweis. Nach 7 Monaten bekam ich einen negativen Bescheid der Schweizerbehörden mit der Aufforderung, das Land zu verlassen.<br />
Seit diesem Zeitpunkt muss ich die ganze Zeit darüber nachdenken wo ich hin soll. Ich kann nicht zurück nach Tunesien weil ich dort keine Zukunft habe, hier kann ich nicht nach draussen, weil mich die Polizei sonst fest nimmt und mich zurück nach Hause schickt. Ich kann auch nicht unter die Leute gehen ausser in die Autonome Schule Zürich und auch dort muss ich die ganze Zeit über meine Situation nachdenken. Ich weiss nicht was als nächstes passieren wird. Jedes mal wenn ich nach draussen gehe bete ich zu Gott, dass ich wieder zurück kommen werde.</p>
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		</item>
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		<title>Das Heute und ein Morgen in der ASZ</title>
		<link>http://www.papierlosezeitung.ch/2013/04/das-heute-und-ein-morgen-in-der-asz/</link>
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		<pubDate>Fri, 26 Apr 2013 16:59:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Texte]]></category>

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		<description><![CDATA[Interviews: Yonis Hassan Ein Interview mit vier Personen aus der ASZ Bah, Frau Tenzin, Diaby, Mahmod Ahmad Yonis: Wie funktioniert die ASZ? Bah: Wir haben regelmässige Sitzungen, an denen wir wichtige Entscheidungen treffen, und wir haben das Schulbüro. An den Sitzungen diskutieren wir die Probleme der Schule und was das Schulbüro macht. Yonis: Was macht [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/shirkii-golaga-autonomie-oo-uu-shirgodoominayo-yonis.jpg"><br />
<img class="alignright size-medium wp-image-1779" title="shirkii golaga autonomie oo uu shirgodoominayo yonis" src="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/shirkii-golaga-autonomie-oo-uu-shirgodoominayo-yonis-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></strong><span style="font-weight: bold;">Interviews: Yonis Hassan</span></p>
<div>
<div><strong>Ein Interview mit vier Personen aus der ASZ</strong></div>
<div id="_mcePaste"><strong>Bah, Frau Tenzin, Diaby, Mahmod Ahmad</strong></div>
<div><strong><br />
</strong></div>
<div id="_mcePaste"><strong>Yonis</strong>: Wie funktioniert die ASZ?</div>
<div id="_mcePaste"><strong>Bah</strong>: Wir haben regelmässige Sitzungen, an denen wir wichtige Entscheidungen treffen, und wir haben das Schulbüro. An den Sitzungen diskutieren wir die Probleme der Schule und was das Schulbüro macht.<span id="more-1777"></span></div>
<div id="_mcePaste"><strong>Yonis</strong>: Was macht das Schulbüro?</div>
<div id="_mcePaste"><strong>Bah</strong>: Das Schulbüro ist administratives Zentrum und Anlaufstelle. Inhalt der Sitzungen sind unter anderem  die Materialverwaltung der ASZ (Kopiererreparaturen, Bücher, Schullaptops, Internetzugang für die Schule u.s.w.) und die Dokumentensammlung der ASZ (Infos für neue Moderatoren, Bilder und Logos, Stundenplan, Präsenzliste der Schüler u.s.w)</div>
<div id="_mcePaste"><strong>Yonis</strong>: Wer sind die Schüler_innen der ASZ?</div>
<div id="_mcePaste"><strong>Bah</strong>: In die ASZ kommen jeden Tag ungefähr 200 Leute primär um Deutsch zu lernen. Auf dem Stundenplan stehen nicht nur Fächer wie Deutsch, Türkisch, Arabisch, Spanisch, Mathematik und Sport. In der Schule werden auch gemeinsam Zeitungsartikel geschrieben, politische Veranstaltungen geplant (aktuell zum Beispiel der Kampf für das Bleiberecht) und zusammen gekocht und gegessen. Kreative und innovative Ideen sind natürlich von allen Seiten immer willkommen.</div>
<div>***</div>
<div><strong>Yonis</strong>: Woher kommst du?</div>
<div id="_mcePaste"><strong>Tenzin</strong>: Ich bin Tibeterin.</div>
<div id="_mcePaste"><strong>Yonis</strong>: Warum kommst du in die ASZ?</div>
<div id="_mcePaste"><strong>Tenzin</strong>: Ich komme, um hier Deutsch zu lernen.</div>
<div id="_mcePaste"><strong>Yonis</strong>: Warum gehst du nicht in eine andere Schule?</div>
<div id="_mcePaste"><strong>Tenzin</strong>: Die Lehrer sind hier besser als anderswo. Sie haben viel mehr Geduld und man kann sie immer alles fragen.</div>
<div id="_mcePaste"><strong>Yonis</strong>: Was machst du wenn die ASZ keine neue Bleibe findet?</div>
<div id="_mcePaste"><strong>Tenzin</strong>: Ich weiss nicht, was ich machen würde. Aber ich hoffe, dass die ASZ eine neue Bleibe findet.</div>
<div id="_mcePaste"><strong>Yonis</strong>: Was wünschst du dir für deine Zukunft?</div>
<div id="_mcePaste"><strong>Tenzin</strong>: Ich wünsche mir, dass ich in der ASZ gut Deutsch lerne um meine Zukunft zu verbessern.</div>
<div>***</div>
<div id="_mcePaste"><strong>Yonis</strong>: Woher kommst du ?</div>
<div id="_mcePaste"><strong>Diab</strong>y: Ich komme aus der Elfenbeinküste.</div>
<div id="_mcePaste"><strong>Yonis</strong>: Warum kommst du in die ASZ?</div>
<div id="_mcePaste"><strong>Diaby</strong>: Ich bin Sans-Papiers. Wenn ich in die ASZ komme, vergesse ich ein bisschen meinen Stress.</div>
<div id="_mcePaste"><strong>Yonis</strong>: Warum gehst du nicht in eine andere Schule?</div>
<div id="_mcePaste"><strong>Diaby</strong>: ich habe kein Geld für eine andere Schule. Und hier gibt es auch andere Sans-Papiers. Ich fühle mich hier zugehörig.</div>
<div id="_mcePaste"><strong>Yonis</strong>: Was machst du, wenn die ASZ keine neue Bleibe findet?</div>
<div id="_mcePaste"><strong>Diaby</strong>: Wenn die ASZ nichts findet werde ich wirklich sehr traurig sein.</div>
<div>***</div>
<div id="_mcePaste"><strong>Yonis</strong>: Woher kommst du ?</div>
<div id="_mcePaste"><strong>Mahmod Ahmad</strong>: Ich komme aus Eritrea.</div>
<div id="_mcePaste"><strong>Yonis</strong>: Wie lange bist du schon in der Schweiz?</div>
<div id="_mcePaste"><strong>Mahmod Ahmad</strong>: Seit zwei Jahren.</div>
<div id="_mcePaste"><strong>Yonis</strong>: Du sprichts sehr gut Deutsch</div>
<div id="_mcePaste"><strong>M.A</strong>.:Das habe ich alles nur in der ASZ gelernt, ich habe nie eine andere Schule besucht.</div>
<div id="_mcePaste"><strong>Yonis</strong>: Warum gehst du nicht in eine andere Schule?</div>
<div id="_mcePaste"><strong>M.A</strong>.: Meine Gemeinde zahlt mir keinen Deutschkurs, deswegen komme ich in die ASZ. Ausserdem bezahlt mir die ASZ das Billet für den öffentlichen Verkehr.</div>
<div id="_mcePaste"><strong>Yonis</strong>: Was wünschts du dir für deine Zukunft?</div>
<div id="_mcePaste"><strong>M.A</strong>.: Ich will gut Deutsch lernen, sodass ich Arbeit finden kann.</div>
</div>
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		<title>Die ASZ braucht dringend ­ein neues Schulhaus!</title>
		<link>http://www.papierlosezeitung.ch/2013/02/die-asz-braucht-dringend-%c2%adein-neues-schulhaus/</link>
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		<pubDate>Thu, 07 Feb 2013 09:39:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Texte]]></category>

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		<description><![CDATA[Ende März endet der Gebrauchsleihvertrag der ASZ auf dem Güterbahnhof-Areal. Bald wird dort, wo jetzt Wissen ausgetauscht und gegen Rassismus gekämpft wird, das Polizei- und Justizzentrum des Kantons Zürich mit seinem Gefängnis stehen. Vielleicht werden also einige der ASZ auf das Areal zurückkehren: als Gefangene. Anregungen, wie wir zu dringend benötigten, neuen Räumen kommen, sind uns [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ende März endet der Gebrauchsleihvertrag der ASZ auf dem Güterbahnhof-Areal. Bald wird dort, wo jetzt Wissen ausgetauscht und gegen Rassismus gekämpft wird, das Polizei- und Justizzentrum des Kantons Zürich mit seinem Gefängnis stehen. Vielleicht werden also einige der ASZ auf das Areal zurückkehren: als Gefangene.</p>
<p>Anregungen, wie wir zu dringend benötigten, neuen Räumen kommen, sind uns sehr willkommen! Sachdienliche Hinweise senden Sie gerne an: info@bildung-fuer-alle.ch.<span id="more-1568"></span></p>

<a href='http://www.papierlosezeitung.ch/2013/02/die-asz-braucht-dringend-%c2%adein-neues-schulhaus/1_manessestrasse/' title='1_Manessestrasse'><img width="200" height="200" src="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/1_Manessestrasse-200x200.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="1_Manessestrasse" /></a>
<a href='http://www.papierlosezeitung.ch/2013/02/die-asz-braucht-dringend-%c2%adein-neues-schulhaus/2_kasama/' title='2_Kasama'><img width="200" height="200" src="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/2_Kasama-200x200.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="2_Kasama" /></a>
<a href='http://www.papierlosezeitung.ch/2013/02/die-asz-braucht-dringend-%c2%adein-neues-schulhaus/3_kalkbreite/' title='3_Kalkbreite'><img width="200" height="200" src="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/3_Kalkbreite-200x200.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="3_Kalkbreite" /></a>
<a href='http://www.papierlosezeitung.ch/2013/02/die-asz-braucht-dringend-%c2%adein-neues-schulhaus/4_gz-wollishofen/' title='4_GZ Wollishofen'><img width="200" height="200" src="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/4_GZ-Wollishofen-200x200.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="4_GZ Wollishofen" /></a>
<a href='http://www.papierlosezeitung.ch/2013/02/die-asz-braucht-dringend-%c2%adein-neues-schulhaus/5_allenmoos/' title='5_Allenmoos'><img width="200" height="200" src="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/5_Allenmoos-200x200.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="5_Allenmoos" /></a>
<a href='http://www.papierlosezeitung.ch/2013/02/die-asz-braucht-dringend-%c2%adein-neues-schulhaus/6_gessnerallee/' title='6_Gessnerallee'><img width="200" height="200" src="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/6_Gessnerallee-200x200.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="6_Gessnerallee" /></a>
<a href='http://www.papierlosezeitung.ch/2013/02/die-asz-braucht-dringend-%c2%adein-neues-schulhaus/7_badenerstrasse/' title='7_Badenerstrasse'><img width="200" height="200" src="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/7_Badenerstrasse-200x200.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="7_Badenerstrasse" /></a>
<a href='http://www.papierlosezeitung.ch/2013/02/die-asz-braucht-dringend-%c2%adein-neues-schulhaus/8_huberta/' title='8_Huberta'><img width="200" height="200" src="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/8_Huberta-200x200.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="8_Huberta" /></a>
<a href='http://www.papierlosezeitung.ch/2013/02/die-asz-braucht-dringend-%c2%adein-neues-schulhaus/9_rotefabrik/' title='9_RoteFabrik'><img width="200" height="200" src="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/9_RoteFabrik-200x200.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="9_RoteFabrik" /></a>
<a href='http://www.papierlosezeitung.ch/2013/02/die-asz-braucht-dringend-%c2%adein-neues-schulhaus/a_guterbahnhof/' title='a_Güterbahnhof'><img width="200" height="200" src="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/a_Güterbahnhof-200x200.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="a_Güterbahnhof" /></a>

<p>1     Besetzung Manessestrasse &#8211; Februar/März 2009<br />
2     Kasama &#8211; April 2009<br />
3     Besetzung Kalkbreite &#8211; Mai/Juni 2009<br />
4     GZWollishofen «Deutsch am See» &#8211; Juli 2009<br />
5     Besetzter Schulpavillon Allenmoos (Oerlikon) &#8211; August 2009 – Januar 2010 (polizeiliche Räumung)<br />
6     Theaterhaus Gessnerallee (Januar 2010)<br />
7     Badenerstrasse (Februar 2010)<br />
8     Huberta (März 2010)<br />
9     Rote Fabrik (April 2010)<br />
10     Güterbahnhof (19. April 2010 – jetzt)<br />
11     ?</p>
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		<title>Fünfte Ausgabe ist erschienen!</title>
		<link>http://www.papierlosezeitung.ch/2013/02/funfte-ausgabe-ist-erschienen/</link>
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		<pubDate>Thu, 07 Feb 2013 08:30:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Texte]]></category>

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		<description><![CDATA[Die fünfte Ausgabe der Papierlosen Zeitung ist erschienen! Die Abonentinnen der Wochenzeitung WoZ sollten sie bereits im Briefkasten liegen haben, alle anderen können die gedruckte Ausgabe hier abonnieren. Die Zeitung kann auch als pdf heruntergeladen werden. Spenden Sie für die Autonome Schule! Der Druck dieser Zeitung kostet Geld. Wenn Sie das Projekt mit einer Spende [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/pz5-titel.jpg"><img src="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/pz5-titel-220x300.jpg" alt="" title="pz5 titel" width="220" height="300" class="alignright size-medium wp-image-1707" /></a>Die fünfte Ausgabe der Papierlosen Zeitung ist erschienen! Die Abonentinnen der Wochenzeitung WoZ sollten sie bereits im Briefkasten liegen haben, alle anderen können die gedruckte Ausgabe <a href="/abonnieren/">hier</a> abonnieren. Die Zeitung kann auch als <a href='http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/papierlose-zeitung-5.pdf'>pdf</a> heruntergeladen werden.</p>
<h3>Spenden Sie für die Autonome Schule!</h3>
<p>Der Druck dieser Zeitung kostet Geld. Wenn Sie das Projekt mit einer Spende unterstützen möchten – dann gerne mit dem eingeklebten Einzahlungsschein oder ­direkt an: </p>
<p>Verein Bildung für Alle, Zahlungszweck Papierlose Zeitung, PC 46 -110 -7</p>
<p>In Zeiten des Finanz-Egoismus brauchen Projekte wie die ASZ Unterstützung: Tatkräftige Hilfe bei der Organisation von Räume und Kursen; finanzielle Beiträge von Zugewandten, die ihr Geld sinnvoll einsetzen möchten; und viele solidarische <a href="http://www.avaaz.org/de/petition/die_asz_braucht_es">Petitionsunterzeichnende</a>, die sich für die Raumsuche der ASZ stark machen!</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Editorial zur fünften Ausgabe</title>
		<link>http://www.papierlosezeitung.ch/2013/02/editorial-zur-funften-ausgabe/</link>
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		<pubDate>Thu, 07 Feb 2013 06:49:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Texte]]></category>

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		<description><![CDATA[vom Redaktionskollektiv Liebe Leserin, lieber Leser!  In der Hand halten Sie die fünfte Ausgabe der Papierlosen Zeitung. An ihr haben Menschen mit und ohne Ausweis zusammen gearbeitet. Es gilt, eine Gegenöffentlichkeit zur Mainstream-Berichterstattung über Migrant_innen herzustellen. Denn viele, die hier in der Zeitung das Wort ergreifen, erleben die Auswirkungen der Asylverschärfungen tagtäglich am eigenen Leib. Und wir [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>vom Redaktionskollektiv</strong></p>
<p>Liebe Leserin, lieber Leser! </p>
<p>In der Hand halten Sie die fünfte Ausgabe der Papierlosen Zeitung. An ihr haben Menschen mit und ohne Ausweis zusammen gearbeitet. Es gilt, eine Gegenöffentlichkeit zur Mainstream-Berichterstattung über Migrant_innen herzustellen. Denn viele, die hier in der Zeitung das Wort ergreifen, erleben die Auswirkungen der Asylverschärfungen tagtäglich am eigenen Leib. Und wir alle, egal welcher Herkunft, ergreifen das Wort, weil wir die auf Finanz- und Humankapital fixierte Nationalpolitik nicht mittragen mögen.<span id="more-1696"></span><br />
 <br />
Ein Projekt wie die Papierlose Zeitung entsteht nicht im Nirgendwo. Es wird dort möglich, wo Wissen und Waren über die Gräben von Nationen, Hautfarben und Geschlechtern hinweg getauscht werden. Die ersten Ausgaben dieses Zeitungsprojekts sind aus der Bewegung «Bleiberecht für Alle!» hervorgegangen: 2008/2009 hatten illegalisierte Migrant_innen (Sans-Papiers) in Zürich mit der Besetzung der Predigerkirche und des Grossmünsters eine Aufhebung ihrer unhaltbaren Situation gefordert. Mit dem «Verein Bildung für Alle!» führten sie bald darauf selbstorganisierten Deutschunterricht durch, der die Basis zur Autonomen Schule Zürich (ASZ) legte. 	</p>
<p>Die Papierlose Zeitung ist bestrebt, die Anliegen der Bleiberecht-Bewegung mit denen eines emanzipierenden Wissensaustauschs zu verbinden. Die fünfte Ausgabe der Papierlosen Zeitung ist dementsprechend gemeinschaftlich produziert: Die Autor_innen und Autor_innengruppen haben sich mit ihren Kenntnissen zu Konfliktgebieten, kulturellen Hintergründen, Rechtschreibung, Grafik und Artikelgestaltung gegenseitig unterstützt.</p>
<p>Seit April 2010 hat die ASZ in der Baracke am Güterbahnhof ihre Bleibe. Über 180 Menschen lernen hier wöchentlich in vier unterschiedlichen Klassenstufen kostenlos Deutsch. Türkisch-, Spanisch und Arabischstunden, Kochkurse, Workshops in Computerprogrammierung, Schulmöbelbau und Karikaturenzeichnen finden statt. Alle diese Veranstaltungen zielen darauf ab, mit geteiltem Wissen gegen Vorurteile und für bessere Verhältnisse zu kämpfen.  Ab April 2013 wird das Güterbahnhofareal mit dem Polizei- und Justizzentrum überbaut. Die ASZ braucht daher dringend Ihre Unterstützung: Wir freuen uns, wenn Sie die Online-Petition unterzeichen, um sich mit der raumsuchenden ASZ solidarisch zu erklären: <a href="http://www.avaaz.org/de/petition/die_asz_braucht_es">www.avaaz.org/de/petition/die_asz_braucht_es</a></p>
<p>Wir bedanken uns für Ihr Interesse an unserer Zeitung und wünschen viel Spass beim Lesen!</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Gedanken zum Karikaturenkurs</title>
		<link>http://www.papierlosezeitung.ch/2013/02/gedanken-zum-karikaturenkurs/</link>
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		<pubDate>Thu, 07 Feb 2013 04:16:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Texte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.papierlosezeitung.ch/?p=1741</guid>
		<description><![CDATA[Die Karikatur ist eine Ausdruckskunst von Ideen und Fakten in spassigen, unterhaltsamen und einfachen Bildern, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Es war eine brillante Idee von ASZ, IFIR(International Federation of Iraqi Refugees) und Halgzhan Gruppe, einen Kurs zu probieren für diejenigen, die die Prinzipen und Grundlagen der Karikatur lernen wollen. Der Kurs begann mit [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[
<a href='http://www.papierlosezeitung.ch/2013/02/gedanken-zum-karikaturenkurs/hicham-tod/' title='Hicham Tod'><img width="200" height="200" src="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/Hicham-Tod-200x200.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Hicham Tod" /></a>
<a href='http://www.papierlosezeitung.ch/2013/02/gedanken-zum-karikaturenkurs/titel_sw/' title='Titel_sw'><img width="200" height="200" src="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/Titel_sw-200x200.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Titel_sw" /></a>
<a href='http://www.papierlosezeitung.ch/2013/02/gedanken-zum-karikaturenkurs/blocher_sw/' title='Blocher_sw'><img width="200" height="200" src="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/Blocher_sw-200x200.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Blocher_sw" /></a>
<a href='http://www.papierlosezeitung.ch/2013/02/gedanken-zum-karikaturenkurs/john-schule_sw/' title='John Schule_sw'><img width="200" height="200" src="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/John-Schule_sw-200x200.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="John Schule_sw" /></a>
<a href='http://www.papierlosezeitung.ch/2013/02/gedanken-zum-karikaturenkurs/alter-mann_sw/' title='Alter Mann_sw'><img width="200" height="200" src="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/Alter-Mann_sw-200x200.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Alter Mann_sw" /></a>
<a href='http://www.papierlosezeitung.ch/2013/02/gedanken-zum-karikaturenkurs/said-mann_sw/' title='Said Mann_sw'><img width="200" height="200" src="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/Said-Mann_sw-200x200.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Said Mann_sw" /></a>
<a href='http://www.papierlosezeitung.ch/2013/02/gedanken-zum-karikaturenkurs/newdoc-5/' title='NewDoc 5'><img width="200" height="200" src="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/hicham-syrien_sw-200x200.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="NewDoc 5" /></a>
<a href='http://www.papierlosezeitung.ch/2013/02/gedanken-zum-karikaturenkurs/khalid_montage_sw/' title='khalid_montage_sw'><img width="200" height="200" src="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/khalid_montage_sw-200x200.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="khalid_montage_sw" /></a>
<a href='http://www.papierlosezeitung.ch/2013/02/gedanken-zum-karikaturenkurs/rebwar-thron_sw/' title='Rebwar Thron_sw'><img width="200" height="200" src="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/Rebwar-Thron_sw-200x200.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Rebwar Thron_sw" /></a>
<a href='http://www.papierlosezeitung.ch/2013/02/gedanken-zum-karikaturenkurs/schlange_sw/' title='Schlange_sw'><img width="200" height="200" src="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/Schlange_sw-200x200.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Schlange_sw" /></a>
<a href='http://www.papierlosezeitung.ch/2013/02/gedanken-zum-karikaturenkurs/asz-zeichen_sw/' title='ASZ Zeichen_sw'><img width="200" height="200" src="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/ASZ-Zeichen_sw-200x200.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="ASZ Zeichen_sw" /></a>
<a href='http://www.papierlosezeitung.ch/2013/02/gedanken-zum-karikaturenkurs/franken-tod/' title='Franken - Tod'><img width="200" height="200" src="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/Franken-Tod-200x200.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Franken - Tod" /></a>

<p>Die Karikatur ist eine Ausdruckskunst von Ideen und Fakten in spassigen, unterhaltsamen und einfachen Bildern, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.</p>
<p>Es war eine brillante Idee von ASZ, IFIR(International Federation of Iraqi Refugees) und Halgzhan Gruppe, einen Kurs zu probieren für diejenigen, die die Prinzipen und Grundlagen der Karikatur lernen wollen.<span id="more-1741"></span></p>
<p>Der Kurs begann mit körperlichen Übungen, um die Bewegung der Hände reibungsloser zu ermöglichen. Nachher begannen die Freizeitspiele, um die Beziehung zwischen den Teilnehmern zu stärken und die Angst und Unfähigkeit zu sprechen und die Scham loszuwerden.</p>
<p>Wir haben gelernt, wie wir die Dinge sehen, wie wir uns auf die Details konzentrieren sollen, wie man anfangen soll, um ein Bild auf ein Papier oder eine Wand zu zeichnen in der Form eines einfachen karikaturischen Bildes, wenn man eine Idee hat.</p>
<p>Obwohl es ein guter Kurs war, gab es einige Schwierigkeiten wie:</p>
<ul>
<li>Es war sehr kurz.</li>
<li>Der Kurs fand überraschend statt.</li>
<li>Er überschnitt sich mit anderen Kursen.</li>
<li>Er war sehr intensiv, so dass wir die Übungen nicht genug durcharbeiten konnten.</li>
</ul>
<p>Trotz dieser Schwierigkeiten war er sehr interessant und erfolgreich. Viele Menschen nahmen daran teil, sie waren pünktlich und sie haben ihre Aufgaben fleissig gemacht haben. Sie sind sehr zufrieden und haben Erfahrungen in der Kunst der Karikatur gemacht.</p>
<p>Schliesslich danken wir allen, die an diesem Kurs teilnahmen, und sind alle dankbar für diesen wunderbaren Dienst.</p>
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		<title>Die Karten in der Stadt werden neu gemischt</title>
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		<pubDate>Wed, 06 Feb 2013 13:48:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Texte]]></category>

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		<description><![CDATA[von Raphael Jakob Die ASZ muss bald weg vom Güterbahnhofsareal. Die kleine Baracke am Fusse des riesigen Backsteingebäudes, in der einst Frachtbriefe ausgestellt wurden und die später leer stand, war für drei Jahre ein Schulhaus, ein Treffpunkt, eine Initiative gegen Ausgrenzung und Verdrängung. Drei Jahre sind für dieses selbstorganisierte und autonome Bildungsprojekt, das innerhalb von 16 Monaten an [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_1771" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/PJZ-ZH.jpg"><img class="size-medium wp-image-1771" title="PJZ-ZH" src="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/PJZ-ZH-300x193.jpg" alt="" width="300" height="193" /></a><p class="wp-caption-text">Visualisierung des Polizei- und Justizzentrums, das an die Stelle des alten Güterbahnhofs und der ASZ treten soll.</p></div>
<p><strong>von Raphael Jakob</strong></p>
<p>Die ASZ muss bald weg vom Güterbahnhofsareal. Die kleine Baracke am Fusse des riesigen Backsteingebäudes, in der einst Frachtbriefe ausgestellt wurden und die später leer stand, war für drei Jahre ein Schulhaus, ein Treffpunkt, eine Initiative gegen Ausgrenzung und Verdrängung. Drei Jahre sind für dieses selbstorganisierte und autonome Bildungsprojekt, das innerhalb von 16 Monaten an zehn verschiedenen Orten war, eine lange Zeit.</p>
<p>Nicht nur die ASZ muss weg, sondern auch das gesamte geschichtsträchtige Güterbahnhofsgebäude. Die Stadt Zürich wird umgewälzt. Vom Hauptbahnhof über die Stadtkreise 3, 4 und 5 bis in die Industriezone Altstetten prägen Kräne und Baustellen die Optik. Es wird gebaut als gäbe es kein Gestern und kein Morgen. <span id="more-1689"></span></p>
<p>Die BINZ, in der sich über Jahre eine autonome, unkommerzielle Lebens-, Arbeits- und Kulturgemeinschaft entwickelte, soll einem pseudosozialen Projekt der milliardenschweren Pensionskasse Abendrot zusammen mit dem SVP Mitglied Werner Hofmann weichen, die dort «student boxes» bauen wollen. An der Sihlfeld- und Weststrasse donnerte über Jahrzehnte der Schwerverkehr vor den Fenstern der Anwohnenden vorbei. Heute lebt es sich dort hoch lebensqualitativ mit Sitzbänken unter Bäumen. Doch auf die Verkehrsberuhigung folgt die Zwangsumsiedlung. Diejenigen, welche den Verkehrslärm ertragen mussten, dürfen von der neuen Lebensqualität nicht profitieren. Gemäss dem Schweizer Fernsehen wurde über 50% der ehemaligen Mieterschaft gekündigt.</p>
<p>Mit der Gentrifizierung werden auch das Strafsystem und die Repressionsmethodik neu organisiert. Der Kanton Zürich lässt mit Zustimmung des Stimmvolkes auf dem Areal des Güterbahnhofs ein Polizei- und Justizzentrum bauen.  Das sogenannte  «Kompetenzzentrum für die Bekämpfung der Kriminalität» vereint die Polizei der Stadt und des Kantons an einem vitalen Ort, mitten im Kreis 4. Schon damals, als die Militärkaserne im 19. Jh. genau an die Grenze zwischen dem bürgerlichen Stadtzentrum und den Arbeiterquartieren von Zürich Aussersihl gebaut wurde, bestand «ein Zusammenhang zwischen ökonomischem Denken in der Stadtentwicklung und strategischem Denken in der Kriegsführung» (1).</p>
<p>Das Langstrassenquartier und die anliegende Bäckeranlage sind schon seit vielen Jahren im Hauptfokus der Polizeipräsenz. Was von der Politik als Förderung der Attraktivität eines Stadtteils und als Aufwertung angepriesen wird, gilt nur für den privilegierten Gesellschaftsteil. Gleichzeitig ist diese Politik verbunden mit einem regelrechten Krieg gegen die Unterschicht. Jugendliche werden kontrolliert und weggewiesen, Randständige und Arbeitslose diszipliniert und vom system-integrierten Bevölkerungsteil ferngehalten, Kleindealer als die ganz Bösen dargestellt und somit legitimiert, dass Menschen mit dunkler Hautfarbe und ausländischem Aussehen überall und permanent kontrolliert werden können. Ungern erinnern wir uns an den Frühling 2011, als vor der ASZ über Wochen rassistische Polizeikontrollen gegen die Kursteilnehmenden stattfanden.</p>
<p>Polizeiliche Strategien wie die Broken-Windows Theorie (2)  oder Zero Tolerance haben in Zürich Hochkonjunktur. Ursprünglich stammen diese Theorien aus den USA , wo sie mittlerweile selbst in konservativen Kreisen kritisiert werden, weil sie schlicht und einfach die Probleme, welche die Regierung zu bekämpfen vorgibt, an andere Orte verlagern und extrem teuer sind. Im Neoliberalismus gilt laissez-faire nur für die oben, für die unten gibt’s Knast und Polizei. Die Verlagerungs- und Gentrifizierungsprozesse in der Stadt verlaufen nicht planlos, sondern entsprechen der heutigen kapitalistischen Marktlogik.<br />
Die links-grüne Stadtpolitik gibt vor, dass eine Durchmischung der Quartiere, wo verschiedene sozioökonomische Schichten und ethnisch-kulturelle Hintergründe zusammenleben, positiv sei. Doch diese «Eine Stadt für alle»-Parole ist eine Worthülse. In Wirklichkeit hat die Aufwertung von Stadtteilen eine Verdrängung der ärmeren Bevölkerung durch Besserverdiendende zur Folge und autonome Projekte werden dichtgemacht.</p>
<p>(1) 	«Aussersihl: zwischen Schlachtfeld und Spielwiese» in Theo Ginsburg, Hansruedi Hitz, Christian Schmid, Richard Wolff (Hrsg.): Zürich ohne Grenzen, Zürich 1986.</p>
<p>(2) 	Die Broken-Windows Theorie geht davon aus, dass die sofortige und unnachsichtige Verfolgung jedes noch so kleinen Vergehens oder sonstigen Ärgernisses auf den Strassen das Aufkommen grösserer Delikte verhindere, in dem sie für ein «gesundes» Klima der Öffentlichen Ordnung sorge (Loïc Wacquant, Bestrafen der Armen, Verlag Barbara Budrich, 2009, S 268).</p>
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		<title>Der Mensch ist nicht ein schwarzes Schaf zum Verkaufen!</title>
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		<pubDate>Wed, 06 Feb 2013 13:45:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Texte]]></category>

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		<description><![CDATA[von Hassan Kamiran Mein Name ist: Kamiran. Ich bin geboren im Iran. Über mein Leben im Iran, seit 1984: Ich hatte ein sehr schlechtes Leben, zum Beispiel ein Verbot für die Stadt Teheran und die Umgebung – den sogenannten «Ostan». 1998 hat Iran mir die Papiere weggenommen und ich bin nach Irak gegangen. Ich bin ein [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/karikatur_kariman.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-1686" title="karikatur_kariman" src="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/karikatur_kariman-300x216.jpg" alt="" width="300" height="216" /></a>von Hassan Kamiran</strong></p>
<p>Mein Name ist: Kamiran. Ich bin geboren im Iran. Über mein Leben im Iran, seit 1984: Ich hatte ein sehr schlechtes Leben, zum Beispiel ein Verbot für die Stadt Teheran und die Umgebung – den sogenannten «Ostan». 1998 hat Iran mir die Papiere weggenommen und ich bin nach Irak gegangen. Ich bin ein Sohn von kurdischen Freiheitskämpfern, deswegen musste ich in den Irak gehen. <span id="more-1685"></span></p>
<p>Nach ein paar schlimmen Monaten im Irak kam es noch schlimmer. Ich habe Angst auf Angst gesehen. Nachher hat meine Familie gedacht: Es ist besser, ich gehe in ein anderes Land. Ich habe gehört, die Schweiz ist ein besseres Land mit Demokratie. Hier habe ich im Kanton Obwalden gelebt, mehr als acht Jahre in Firmen gearbeitet und selbstständig gelebt. Ich habe hier Familie. Ich habe hier in der Schweiz geheiratet und ich habe zwei Kinder (das eine drei Jahre und das andere einen Monat alt). Meine Frau ist aus Syrien und lebt im Kanton Zürich. Vor mehr als einem Jahr habe ich das «Verlassenspapier» (1) bekommen. Ich habe meine Arbeit, meine Wohnung und meine Familie verloren. Ich lebe auf der Strasse und bei Freunden. Die Fremdenpolizei Obwalden hat mir gesagt: «Du musst raus, in den Irak!» Ich habe gesagt: «Nein!» Dann bin ich für zwei Monate ins Gefängnis gesteckt worden.</p>
<p>Ja, und nun habe ich ein paar Fragen:</p>
<ol>
<li>Wenn sie mir das «Verlassenspapier» gibt:  Hat die Schweiz dann eine Garantie für mein Leben im Irak?</li>
<li>Wieso sagt mir die Schweiz nach ein paar Jahren: Du musst zurück in den Irak gehen?</li>
<li>Und wie viele Asylsuchende bekommen das «Verlassenspapier», gehen in ein anderes Land und müssen dann wegen bereits registrierter Fingerabdrücke zurück in die Schweiz?</li>
</ol>
<p>Ja, das sind alles Fragen ohne Antwort. Ja, ich sage, die Asylanten in der Schweiz haben alle Angst, Angst vor Problemen im Herkunftsland und, weil sie Angst wegen des «Verlassenspapiers» haben, bleiben sie ruhig.<br />
Die Politik der Schweiz, das ist alles eine Lüge. Die Leute aus Syrien wurden vor drei bis vier Jahren noch zurückgeschickt. Die Assad-Regierung hat damals behauptet, es gibt für diese Leute kein Problem im Land. Und jetzt sind die Probleme in Syrien klar, und die Schweiz sagt, dass Syrien eine gefährliche Diktatur ist.</p>
<p>Ja, ich sage, das politische System ist ein sehr schwieriges und modernes Kaufen und Verkaufen von Menschen und armen Leuten, die aus dem Irak oder anderen Ländern sind. Milliarden und Milliarden von Franken aus dem Irak sind in der Schweiz blockiert, Geld von Saddam. Und jetzt sind neue Leute wie Saddam im Irak und in anderen Ländern. Und ihr Geld ist auch in der Schweiz. Und ich selber habe kein Geld für ein Verkehrsticket. Ich bekomme ein Ticket nur über die Autonome Schule.</p>
<p>Ich sage, genug mit diesem System. Der Mensch ist nicht ein schwarzes Schaf zum Verkaufen!</p>
<p>(1) 	Anm. der Redaktion: Das ist der Negativentscheid zum Asylgesuch mit der Aufforderung, die Schweiz zu verlassen.</p>
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		<title>Ein Leben mit der Angst</title>
		<link>http://www.papierlosezeitung.ch/2013/02/ein-leben-mit-der-angst/</link>
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		<pubDate>Wed, 06 Feb 2013 13:43:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Texte]]></category>

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		<description><![CDATA[Anonym Gedanken eines abgewiesenen Asylbewerbers in einer besonders schwierigen ­Situation. Alles kommt mir vor wie ein Traum, der nicht erfüllt werden soll. Alle Leute denken, Europa sei wie der Himmel auf Erden, aber das stimmt nicht. Meine Reise nach Europa habe ich voll Hoffnung und mit Begeisterung angetreten. Ich hoffte auf ein besseres und ruhigeres [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Anonym</strong></p>
<p><em>Gedanken eines abgewiesenen Asylbewerbers in einer besonders schwierigen ­Situation.</em></p>
<p>Alles kommt mir vor wie ein Traum, der nicht erfüllt werden soll.<br />
Alle Leute denken, Europa sei wie der Himmel auf Erden, aber das stimmt nicht. Meine Reise nach Europa habe ich voll Hoffnung und mit Begeisterung angetreten. Ich hoffte auf ein besseres und ruhigeres Leben in Sicherheit. Das Leben in der Schweiz ist so viel anders als in meinem Heimatland. Hier in der Schweiz gibt es Gelegenheit, Arbeit zu bekommen, Sicherheit zu haben und sich integrieren zu können – aber nur, wenn man eine Bewilligung dazu hat! Ohne Bewilligung kann man nicht an der Gesellschaft teilnehmen.<span id="more-1683"></span></p>
<p>Ich hatte damals Pläne von einer eigenen Familie mit Kindern. Nun hat sich alles geändert! Mein Leben ist geprägt von Angst, weil ich meine Zukunft nicht kenne. Ich werde irgendwo und überall von der Polizei kontrolliert, gerade, wie es die Polizeibeamten wollen. Ruhe und Sicherheit gibt es nicht einmal im Heim, wo wir leben. Auch dort werden wir immer wieder von Polizeibeamten kontrolliert.</p>
<p>Ich lebe in einem kleinen Raum, mit vier Leuten aus verschiedenen Ländern mit verschiedenen Kulturen und Sprachen. In diesem Containerhaus gibt es keine Privatsphäre. Wir alle sind abhängig vom Sozialamt, damit wir unser Essen kaufen können. Durch den ständigen Stress und die Angst leiden viele an Kopf- und Bauchschmerzen, an Schlaflosigkeit und anderen körperlichen Beschwerden. Ein Leben ohne Ausbildung, ohne Arbeit und fehlender Sicherheit macht mir Angst. Ich denke immer, mein Leben sei wertlos und ich hätte keine Perspektive.<br />
Obschon ich so viele Probleme habe, finde ich das Paradies in der Schule und im Deutschunterricht. Ich treffe dort Leute in der gleichen Situation wie ich und wir helfen einander. In der Schule vergesse ich ein bisschen meine Probleme und den alltäglichen Stress. Die Autonome Schule ist für mich wie ein Zuhause. Ich bin total integriert in der Schule, nehme an den Aktivitäten der ASZ teil wie am Schulbüro, an den Sportanlässen und den Sitzungen. Ich freue mich, dass ich nun bereits Deutsch lesen, sprechen und schreiben kann.</p>
<p>Ich gebe meine Hoffnung auf ein besseres Leben nicht auf – mit oder ohne Aufenthaltsbewilligung: das Leben geht weiter. Ich kämpfe immer noch dafür, ein lebenswertes Leben zu haben. Am Ende träume ich nicht mein Leben, ich lebe meine Träume. Die Hoffnung stirbt zuletzt: Vielleicht gehen meine Wünsche doch noch in Erfüllung …</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Katastrophengebiet Zürich</title>
		<link>http://www.papierlosezeitung.ch/2013/02/katastrophengebiet-zurich/</link>
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		<pubDate>Wed, 06 Feb 2013 13:42:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Texte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.papierlosezeitung.ch/?p=1674</guid>
		<description><![CDATA[Interview von Aras Hassan Ein Interview mit dem Arzt und Aktivisten David Winizki über den Aufbau einer minimalen ­Gesundheitsversorgung für Sans-Papiers in Zürich. Vor mehr als zwanzig Jahren hast du ­begonnen, Sans-Papiers zu behandeln. Wie ist es dazu gekommen? Das hat alles begonnen, als ich 1989 mit meinem Kollegen die Praxis eröffnet habe. Ich konnte [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_1680" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/Bild-Arzt_sw.jpg"><img src="http://www.papierlosezeitung.ch/wp-content/uploads/Bild-Arzt_sw-300x200.jpg" alt="" title="Bild Arzt_sw" width="300" height="200" class="size-medium wp-image-1680" /></a><p class="wp-caption-text">Der Arzt David Winizki: Mit scharfem Blick gegen trübe Aussichten im Gesundheitswesen. (Bild: Aras Hassan)</p></div><strong>Interview von Aras Hassan</strong></p>
<p><em>Ein Interview mit dem Arzt und Aktivisten David Winizki über den Aufbau einer minimalen ­Gesundheitsversorgung für Sans-Papiers in Zürich.</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Vor mehr als zwanzig Jahren hast du ­begonnen, Sans-Papiers zu behandeln. Wie ist es dazu gekommen?</em></p>
<p>Das hat alles begonnen, als ich 1989 mit meinem Kollegen die Praxis eröffnet habe. Ich konnte damals nur wenig Spanisch und habe es angewendet für südamerikanische Patient_innen. Mit der Kommunikation hat es prima geklappt und die haben wohl auch gefunden, dass ich ein Arzt bin, zu dem man wieder kommen möchte. Das hat sich eben rumgesprochen. Irgendwann so um 1990 herum hat mich jemand angefragt, ob ich auch einen  Sans-Papier behandeln würde. Ich habe zugesagt, doch ich wollte nicht gratis behandeln, denn das würde die Arbeit entwerten. 50 Franken sollte die Konsultation kosten. Das ist etwa die Hälfte des TarMed Tarifs. Schliesslich sollten auch Sans-Papiers ein Recht auf eine bezahlbare Gesundheitsversorgung haben und sollten dafür nicht die hohle Hand machen müssen. Die Sache hat Wellen geschlagen und es sind immer mehr gekommen. Nach wenigen Jahren habe ich wöchentlich fünf Sans-Papiers behandelt. <span id="more-1674"></span></p>
<p>Dies habe ich jahrelang gemacht, bis etwa 2005. So ist das gekommen. Ich habe immer mit denen gearbeitet, aber politisch hatte ich mich auf dem Gebiet noch nicht engagiert!</p>
<p><em>Was hat dich daran gehindert, auf politischer Ebene für die Rechte der Sans-Papiers zu kämpfen?</em></p>
<p>Ich war damals sehr engagiert bei der Drogenlegalisierungskampagne. Ich war aktiv in einer Initiative, die verlangt hat, dass alle Drogen legalisiert werden. Damit war ich von 1992 bis über das Jahr 2000 hinaus beschäftigt. Ich hatte so viel zu tun, dass ich nicht auch noch politisch für Sans-Papiers arbeiten konnte. Ich hatte ja noch die Praxis zu 100% und eine Familie.</p>
<p><em>Der Zugang zur Gesundheitsversorgung ist für Sans-Papiers erschwert bis unmöglich. 2005 wurde in Zürich eine medizinische Anlaufstelle für Sans-Papiers gegründet. Wie ist es dazu gekommen? Warst du daran beteiligt?</em></p>
<p>Ja.  Anfang der 1970er Jahre, als ich Medizinstudent war, war ich politisch links gerichtet. Ich habe mich in der Nähe der Trotzkisten bewegt und die haben gesagt: Geht in die Gewerkschaft!</p>
<p>Ich habe ja während dem Studium als Hilfspfleger mein Geld verdient. Ich bin also der Gewerkschaft, dem VPOD, beigetreten. Dem bin ich bis jetzt treu geblieben. Ich bin bis heute Gewerkschafter, obwohl ich kein Angestellter bin. Ich bin aus Solidarität dabei. Dadurch habe ich erfahren, dass die Gewerkschaft, das war 2004, sich für das Recht auf Gesundheit der Sans-Papiers einsetzen möchte. Gleichzeitig haben die Ärzte ohne Grenzen (Médicins Sans Frontières, kurz MSF), welche normalerweise in Katastrophengebieten in Drittweltländern agieren, gefunden, dass es in Zürich eine Katastrophe gibt: nämlich Sans-Papiers ohne Gesundheitsversorgung! Lange habe ich versucht, die Gewerkschaft und die MSF zusammenzubringen. Leider ist mir dies nicht gelungen.</p>
<p>So habe ich dann im 2005 geholfen, die Sans-Papiers-Anlaufstelle  (SPAZ) zu gründen, mit Bea Schwager als Geschäftsleiterin. Dort bin ich bis heute im Vorstand. Ein Jahr später hat sich MSF erneut gemeldet: Sie wollten ein Ambulatorium für Sans-Papiers eröffnen, aber unter der Bedingung, dass ich als Berater am Aufbau beteiligt wäre. Ich war bereit zu helfen, ­ein solches Ambulatorium, das «Meditrina», zu gründen. 2006 ist es an der Anwand­strasse,  in der Nähe des Helvetiaplatzes, eröffnet worden.</p>
<p><em>Im Jahr 2010 ist Meditrina zum Schweizerischen Roten Kreuz übergegangen. Was hat diese Entwicklung zu bedeuten?</em></p>
<p>MSF machen ja überall, also auch in der dritten Welt, nur eine Anstosshilfe. Danach übergeben sie das Projekt einer lokalen, nationalen Gruppe, um es weiterzuführen. 2008 hat MSF begonnen, jemanden  zu suchen, der Meditrina übernehmen könnte. Schlussendlich hat das Rote Kreuz beschlossen, das Ambulatorium zu übernehmen. Die konnten sich gut vorstellen, daran weiterzuarbeiten.</p>
<p>Der Vorteil der Übernahme ist, dass die Finanzierung gesichert ist. Im Hintergrund existiert eine logistische Hilfe der Werbe- und Kommunikationsabteilung. Es stehen Räume zur Verfügung. Es funktioniert alles gut. Ich bin froh, dass Meditrina beim Schweizerischen Roten Kreuz ist. Ich bin bei Meditrina noch immer zu 10% als Berater angestellt.</p>
<p><em>Ein geheimes Ambulatorium für Sans-Papiers! Wie soll man sich das vorstellen?</em></p>
<p>Im Meditrina arbeiten zwei Leute. Eine Pflegefachfrau und ein Arzt. Die machen dort die Ersttriage. Sie können mit ihren Ressourcen etwa zwei Drittel der Fälle selber behandeln. Es gibt Medikamente, sie verfügen über ein paar wichtige medizinische Instrumente und können wenige Laboruntersuchungen wie Blutzucker, Schwangerschaftstest etc. durchführen. Für den anderen Drittel der Fälle habe ich ein breites Netzwerk von Ärzt_innen. Sie behandeln die  Sans-Papiers wie ich zu Beginn, für 50 Franken. Das Netzwerk der Ärzte besteht etwa aus dreissig Allgemeinmedizinern und zwanzig Spezialärzten. Dazu haben wir 15 nichtärztliche Fachleute wie Hebammen, Physiotherapeuten, Chiropraktiker und Psychologen, Diabetesberater, Apotheker und zwei Labors. In fünf Arztpraxen können ambulante Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt werden. Das kostet allerdings, wie andere spezialärztliche Konsultationen, etwas mehr als 50 Franken. Wenn die Behandlungen nicht bezahlt werden können, steht das Rote Kreuz finanziell bei.</p>
<p>Wir können Sans-Papiers auch in ein Spital überweisen, mit dem wir dazu ein Abkommen getroffen haben. Die Patient_innen können dann ins Spital, ohne dass sie ihre Adresse angeben müssen, weil die Adresse das Geheimste der Sans-Papiers ist. Das Spital respektiert nun eine Aufnahme nur mit Namen, Vornamen, Geburtsdatum und Natelnummer – ohne Wohnadresse.</p>
<p>Es können auch Sans-Papiers ohne Krankenkasse ins Spital eingeliefert werden, ohne dass diese den horrenden Privattarif bezahlen müssen. Für teurere Eingriffe können wir eine Krankenkasse abschliessen, das ist zwar möglich, für die Betroffenen allerdings auch recht teuer, da Sans-Papiers nur etwa 1700 Franken im Monat verdienen. Meditrina überweist pro Jahr nur etwa fünf bis zehn Sans-Papiers in das Spital.</p>
<p><em>Muss ein Sans-Papiers um seine Sicherheit bangen, wenn er medizinische Betreuung in Anspruch nimmt? Gibt es Repressalien seitens der Polizei?</em></p>
<p>Das Meditrina befand sich zuerst an der Anwandstrasse, mitten im Langstrassenquartier. Dort hat es ja bekanntlich viel Polizei zugegen. Ich habe mehrmals mit der Stadtpolizei gesprochen. Die Polizei hat uns versprochen: «Wir suchen euch nicht auf! Wir gehen nicht vor die Türe wie die Katze vor das Mauseloch und warten, bis die Mäuse rauskommen! So sind wir nicht!»</p>
<p>An der Kronenstrasse, wo das Meditrina jetzt lokalisiert ist, ist sowieso keine Polizei unterwegs, weil es ein sehr ruhiges Viertel ist. Bei mir in der Praxis ist die Polizei all die Jahre auch nie aufgetaucht. Sans-Papiers werden von der Polizei nicht gesucht, meiner Meinung nach. Sie werden eher zufällig erwischt, zum Beispiel bei Personenkontrollen der Polizei. Schwarze Haut heisst jeden Tag einmal den Ausweis ziehen, das ist klar! Und was ich noch viel schlimmer finde, ist Denunziation von rassistischen Schweizern. Meiner Erfahrung nach sucht die Polizei die Sans-Papiers aber nicht bei der Anlaufstelle und bei den behandelnden Ärzten auf.</p>
<p><em>Hast du Probleme mit der Polizei bekommen wegen deiner politischen Arbeit?</em></p>
<p>Nein, nie. Und ich bin ja nicht nur mit den Sans-Papiers exponiert. Am 1. Mai mache ich Ärzte-Pikett, ebenso beim World Economic Forum in Davos. Die Polizei hat davon Kenntnis. Das sind alles politische Aktivitäten. Das ist in der Schweiz vorläufig nicht verboten. Wir haben ja immer noch demokratische Freiheiten. Die Reichen sind immer noch sicher genug, dass wir ihnen das Geld nicht wegnehmen. Wenn wir es ihnen wegnehmen, wird’s weniger lustig! Die Demokratie ist eine Schönwetterdemokratie. Die gilt nur so lange, wie wir den Reichen das Geld nicht wegnehmen. Denn wenn es dazu käme, würden die Reichen die Demokratie abschaffen. Sie würden einen Militärputsch initiieren wie in Chile mit Allende. Aber in dieser Demokratie darf ich meine politischen Aktivitäten fortführen und werde dafür nicht angeklagt.</p>
<p><em>Wie sind die Reaktionen der Öffentlichkeit auf deine Arbeit?</em></p>
<p>Ich bekomme fast nur positive Feedbacks. Nicht nur in linken Kreisen, dort ist es selbstverständlich. Auch in rechten Kreisen bekomme ich positive Rückmeldungen. Ich habe mal einen Vortrag gemacht beim Lions-Club, die waren begeistert von meiner Arbeit. Auch mit Freisinnigen und Liberalen habe ich gesprochen, ja sogar mit SVP-Leuten – nur nicht mit Toni Brunner, mit dem spreche ich nicht über solche Angelegenheiten. Die Leute finden alle toll, was ich mache! Natürlich gibt es auch fremdenfeindliche Menschen. Die finden das schlecht, aber ich begegne denen nicht so häufig.</p>
<p><em>Nun sind wir zum Schluss des Interviews gekommen. Möchtest du noch etwas anmerken?</em></p>
<p>Ich möchte noch etwas sagen zur Regularisierung und zu den Ursachen für die Anwesenheit von Sans-Papiers. Es handelt sich um weltweite Ungerechtigkeiten. Ich bin auch für Regularisierung, also Legalisierung von Sans-Papiers, das ist selbstverständlich. Aber es ist eine Illusion zu meinen, dass es dann keine Sans-Papiers mehr gibt. Sans-Papiers gibt es solange, wie die Leute in ihren Ländern nicht leben können. Als Beispiel: Ein Mathematik- und Physiklehrer in Peru verdient weniger als ein Sans-Papiers, der in verschiedenen Haushalten putzt. Dabei kann er seine Familie in der Heimat ohne Probleme ernähren. Solange dieser Zustand andauert, werden immer Sans-Papiers kommen. Wir haben in der Schweiz zu viele Steuerflüchtlinge. Die klauen ihren Leuten in der dritten Welt das Geld, welches die benötigen würden, um Spitäler, Strassen, Schulen etc. zu bauen, um eine eigene Industrie zu besitzen, Arbeitsplätze zu schaffen. Wir im Westen sind schuld, dass sie als Sans-Papiers in die Schweiz kommen müssen – weil wir ihnen das Geld wegnehmen.</p>
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